Der Film “Home” vermittelt uns wieviel an Zeit wir noch haben die Erde vor dem Kollaps zu schützen und welche Dinge wir alle gemeinsam ändern müssten, damit dieser wundervolle Planet auch noch in vielen hundert Jahren Lebensquelle für die kommenden Generationen sein kann.

HOME deutsch ist ein freier Dokumentarfilm des französischen Fotografen und Journalisten Yann Arthus-Bertrand. Nach Angaben des Filmemachers Arthus-Bertrand (geistiger Eigentümer) darf HOME von Jedermann auch ohne Genehmigung der Rechteinhaber verbreitet und öffentlich vorgeführt werden.

Der Film vermittelt uns wieviel an Zeit wir noch haben die Erde vor dem Kollaps zu schützen und welche Dinge wir alle gemeinsam ändern müssten, damit dieser wundervolle Planet auch noch in vielen hundert Jahren Lebensquelle für die kommenden Generationen sein kann.

We are living in exceptional times. Scientists tell us that we have 10 years to change the way we live, avert the depletion of natural resources and the catastrophic evolution of the Earth’s climate.

The stakes are high for us and our children. Everyone should take part in the effort, and HOME has been conceived to take a message of mobilization out to every human being.

For this purpose, HOME needs to be free. A patron, the PPR Group, made this possible. EuropaCorp, the distributor, also pledged not to make any profit because Home is a non-profit film.

HOME has been made for you : share it! And act for the planet.

Yann Arthus-Bertrand

HOME official website
http://www.home-2009.com

PPR is proud to support HOME
http://www.ppr.com

HOME is a carbon offset movie
http://www.actioncarbone.org

More information about the Planet
http://www.goodplanet.info

Home (FR) (ES) (EN) (PT) FR ES EN PT Russian Arabic version

Home (Dokumentarfilm)

Filmdaten
Deutscher Titel HOME
Originaltitel HOME
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie Yann Arthus-Bertrand
Produktion Denis Carot, Luc Besson
Musik Armand Amar
Kamera Tanguy Thuaud
Schnitt Yen le Van

HOME ist ein freier Dokumentarfilm des französischen Fotografen und Journalisten Yann Arthus-Bertrand. Der Film besteht weitgehend aus Luftaufnahmen, die mit einer hochauflösenden Digitalkamera in über 50 Ländern auf allen Kontinenten der Erde gedreht wurden. Am 5. Juni 2009, dem Weltumwelttag, wurde er weltweit gleichzeitig im Kino, auf DVD, im Fernsehen und im Internet veröffentlicht. In Paris wurde er auf Großleinwänden vor dem Eiffelturm gezeigt.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Film besteht zum Großteil aus Luftaufnahmen[1][2] aus verschiedenen Gebieten der Erde – vom tropischen Regenwald über die arktische See bis hin zu Großstädten wie TokioDubai oder Lagos.[3] Der aus dem Off gesprochene Kommentar thematisiert ökologische und soziale Probleme, wie die globale ErwärmungÜberbevölkerungBodenerosion, die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, Trinkwassermangel und den Artenschutz. Im Schlussteil werden noch einige positive Entwicklungen gezeigt, wie der zunehmende Einsatz von Windenergieund Solarenergie und die Rolle des persönlichen Konsumstils.

Nach Aussage der Macher ist es die Intention des Films, die Biodiversität der Welt und die Bedrohung des ökologischen Gleichgewichts durch den Menschen zu veranschaulichen.[3][4] HOME soll eine Hommage an die Schönheit der Natur sein und gleichzeitig auch ihre Verletzlichkeit zeigen. Dadurch soll dem Publikum die Dringlichkeit des Umweltschutzes und die Idee der gemeinsamen Verantwortung für unsere Erde verdeutlicht werden.

Themen der Filmabschnitte[Bearbeiten]

Die Themen der 15 Filmabschnitte sind (Weblinks):

  1. Die Entstehung der Erde und des Lebens
  2. Die große Symbiose aller Lebewesen
  3. Die Anfänge menschlicher Kultur
  4. Von der Muskel- zur Verbrennungs-Wirtschaft
  5. Industrielle LandwirtschaftMassenproduktion, Ölabhängigkeit
  6. Luxusleben, SchnelllebigkeitWelthandel
  7. Dubai, Überfischung der Meere, Kreislaufzerstörung
  8. Versiegende Flüsse, Wassermangel und Wasserverschwendung
  9. Industrielle Ausbeutung der Natur
  10. Osterinsel, Armut, Hunger, Landflucht, Zerstörung, Verschwendung
  11. Das Klima ändert sich, die Pole schmelzen, das Wasser steigt, die Menschen flüchten
  12. Städte versinken, Arten verschwinden, Erdboden zerstört, die Zeitbombe Methan
  13. Zusammenfassung der bedrohlichen Tatsachen, Gründe der Hoffnung
  14. Beispiele verantwortungsvollen Handelns, neue Werte
  15. Rückblick auf Landschaften und Länder

Entstehung[Bearbeiten]

Der Film wurde von dem französischen Luxusgüter-Konzern PPR (u. a. GucciFnacPuma AG) mit 10 Mio. Euro finanziert.[5] Da die Logos des Konzerns am Anfang und Ende des Films eingeblendet werden, wird von manchen Kritikern angenommen, dass der Konzern den Film als Teil seiner Öffentlichkeitsarbeit ansieht und sich einen positiven Werbeeffekt davon erhofft (Greenwashing).[6] Der Generaldirektor von PPR, François-Henri Pinault, betont, es sei für Unternehmen wie PPR notwendig, sich für den Umweltschutz einzusetzen und die Menschen auf die Problematik des Klimawandels hinzuweisen.[7] Kritisiert wurde am Film selbst, dass er zwar schöne Naturaufnahmen zeige, jedoch keine klare Argumentation habe und keine konkreten Handlungsvorschläge gemacht werden.[8]

Verbreitung[Bearbeiten]

Auf einer eigens eingerichteten YouTube-Seite[9] werden neben dem Trailer weitere Informationen zum Klimaschutz und zur Entstehung des Films bereitgestellt. Auch auf den Seiten des Internet Archives kann der Creative Commons-Film bezogen werden. Dort steht unter anderem die Blu-Ray-Fassung bereit.[10]

Zwei Tage vor der Europawahl 2009 strahlte der öffentlich-rechtliche Sender France 2 den Film aus. Dies wurde von anderen Parteien als Wahlhilfe für die Grünen kritisiert, welche im Vergleich zur vorhergehenden Wahl ihr Ergebnis verdoppeln konnten.[11]

Es wurde auch der Bildband HOME – erkennen, sich informieren, fragen, verstehen, handeln und für Kinder die Ausgabe HOME – Wir retten unsere Erde aufgelegt.

Nach Angaben des Filmemachers Bertrand darf HOME von jedermann auch ohne Genehmigung der Rechteinhaber verbreitet und öffentlich vorgeführt werden.[12][13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Letzte Warnung: Die Grenzen des Wachstum: Dennis Maedows ist 40 Jahre nicht ernst genommen worden! Jetzt ist es sehr spät!

Mehr zum Thema, Dokus und Informationen auch auf meinem Kanal zu finden !; – http://www.youtube.com/user/LeiTsunChi 

 

Die Grenzen des Wachstums

Die Grenzen des Wachstums (engl. Originaltitel: The Limits to Growth) ist eine 1972 am 3. St. Gallen Symposium vorgestellte Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft.[1] Ausgangspunkt der Studie war es, zu zeigen, dass das aktuelle individuelle lokale Handeln Aller globale Auswirkungen hat, die jedoch nicht dem Zeithorizont und Handlungsraum der Einzelnen entsprechen.

Die Studie wurde im Auftrag des Club of Rome erstellt[2] und von der Volkswagenstiftung mit seinerzeit einer Million DM finanziert.[3] Donella und Dennis L. Meadows und deren Mitarbeiter am Jay W. Forresters Institut für Systemdynamik führten dazu eine Systemanalyse und Computersimulationen verschiedener Szenarien durch.[2]

Das benutzte Weltmodell diente der Untersuchung von fünf Tendenzen mit globaler Wirkung: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, Ausbeutung von Rohstoffreserven und Zerstörung von Lebensraum. So wurden Szenarien mit unterschiedlich hoch angesetzten Rohstoffvorräten der Erde berechnet, oder eine unterschiedliche Effizienz von landwirtschaftlicher Produktion, Geburtenkontrolle oder Umweltschutz angesetzt.

Verleihung des Friedenspreises des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels für 1973 an den Club of Rome in der Paulskirche Frankfurt. V. l. n. r.: Ernst Klett, Aurelio Peccei, Eduard Pestel (beide Mitglieder des Exekutiv-Komitees des „Club of Rome“)

Bis heute sind von diesem Buch über 30 Millionen Exemplare in 30 Sprachen verkauft worden.[4] 1973 wurde der Club of Rome dafür mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

1972: Ergebnisse der ursprünglichen Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die zentralen Schlussfolgerungen des Berichtes waren: Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht.[5]

Das Projektteam
Dennis L. Meadows (USA)
Alison A. Anderson (USA)
Ilyas Bayar (Türkei)
Farhad Hakimzadeh (Iran)
Judith A. Machen (USA)
Donella H. Meadows (USA)
Nirmala S. Murthy (Indien)
Jørgen Randers (Norwegen)
John A. Seeger (USA)
Erich Zahn (Deutschland)
Jay M. Anderson (USA)
William W. Behrens III (USA)
Steffen Harbordt (Deutschland)
Peter Milling (Deutschland)
Roger F. Naill (USA)
Stephen Schantzis (USA)
Marilyn Williams (USA)

Das Erreichen der Wachstumsgrenzen könnte zu einem ziemlich raschen und nicht aufhaltbaren Absinken der Bevölkerungszahl und der industriellen Kapazität führen, wenn dadurch die Umwelt irreparabel zerstört oder die Rohstoffe weitgehend verbraucht würden. Ein Ändern der Wachstumsvoraussetzungen, um einenökologischen und wirtschaftlichen Gleichgewichtszustand herbeizuführen, der auch in weiterer Zukunft aufrechtzuerhalten sei, erschien jedoch möglich. Je eher sich die Menschheit entschließe, diesen Gleichgewichtszustand herzustellen, und je rascher sie damit beginne, desto größer wären die Chancen, ihn auch zu erreichen.

Die Zusammenbruchs-Szenarien wurden – unter anderem – mit der Dynamik eines exponentiellen Wachstums begründet. Der Bericht beschreibt daher im ersten Teil die Mathematik des exponentiellen Wachstums sehr ausführlich und allgemeinverständlich. Im Falle der Weltbevölkerung gab es um 1650 eine Verdoppelungszeit von 250 Jahren. 1970 betrug die Verdoppelungszeit der Weltbevölkerung aber nur noch 33 Jahre. Ein solches Wachstum nannten die Autoren „superexponentiell“.[6] Die Aussagen des Berichts zur Weltbevölkerung im Jahr 2000 sind inzwischen überprüfbar. In diesem Jahr lebten mit sechs Milliarden Menschen annähernd genau soviele Menschen wie im Standardlauf des Weltmodells berücksichtigt wurden.[7]

Der zweite wesentliche Effekt in den Szenarien war die Einführung von Regelkreisen, mit denen sich die verschiedenen Komponenten des Weltmodells gegenseitig beeinflussten. Beispielsweise ist das Bevölkerungswachstum abhängig von der Geburten– und der Sterberate. Solange die Geburtenrate höher als die Sterberate ist, wächst die Bevölkerung. Ist die Sterberate höher, so sinkt sie. Geburten- und Sterberate sind aber abhängig von der medizinischen Versorgung und der Nahrungsmittelproduktion. Nahrungsmittelproduktion und medizinische Versorgung hängen wiederum von der Industrieproduktion ab, da diese Auswirkungen auf die Bereitstellung von Technologien für die Landwirtschaft und das Gesundheitswesen hat.[8]

Eine Besonderheit war zu der Zeit, dass die Simulationen mit Hilfe von Computern erstellt wurden. Die damals bekannten Daten zur Entwicklung der Weltbevölkerung, der Industrieproduktion, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion, der Rohstoffvorräte und andere Daten speiste man in dasWorld3 genannte Computermodell ein. World3 wurde in der Computersprache DYNAMO geschrieben. Damals benötigte man Großrechner, um das Programm laufen zu lassen. Mit dem Erscheinen des 30-Jahre-Updates (siehe unten in diesem Artikel) im Jahre 2004 wurde auch eine CD veröffentlicht, auf der das World3-Computermodell – in der leicht modifizierten Variante 03 – als Computerprogramm enthalten ist. Es läuft auf jedem PC, da PCs heute die Möglichkeiten der damaligen Großrechner weit übertreffen.[9]

Die Simulationsergebnisse der meisten Szenarien ergaben ein weitergehendes, zunächst unauffälliges Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum bis zu einer ziemlich jähen Umkehr der Tendenz vor dem Jahr 2100.[10] Nur sofortige durchgreifende Maßnahmen zum Umweltschutz, zur Geburtenkontrolle, zur Begrenzung des Kapitalwachstums sowie technologische Maßnahmen änderten dieses Systemverhalten, so dass auch Szenarien errechnet werden konnten, unter denen sich dieWeltbevölkerung wie auch der Wohlstand langfristig konstant halten ließen. Zu diesen technologischen Maßnahmen gehörten Wiederverwendung von Abfällen, verlängerte Nutzungsdauer von Investitionsgütern und anderer Arten von Kapitalgütern sowie Handlungen zur langfristigen Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit land- und forstwirtschaftlicher Betriebe.[11] Die Autoren hatten nicht nur Katastrophenszenarien als Ergebnis erhalten, sondern auch Szenarien, die zu einem Zustand des Gleichgewichts führten.

Meadows et al. behandelten die wichtige Technologiefrage besonders ausführlich in einem eigenen Kapitel.[12] In diesem wird unter anderem ein Szenario durchgerechnet, in dem es mithilfe der Technik gelingt, den Rohstoffverbrauch durch vollständiges Recycling auf Null zu senken.[13] In einem weiteren Szenario werden „unbegrenzte Rohstoffvorräte“ und eine durch Technik massiv verringerte Umweltverschmutzung berücksichtigt,[14] schließlich werden diese Modelle noch um erhöhte landwirtschaftliche Produktivität und perfekte Geburtenkontrolle ergänzt.[15] Es zeigte sich, dass – gemäß der Modellvorstellung – auch maximale Technologie keinen Systemzusammenbruch verhindert, sofern das Produktionskapital unbegrenzt weiter wachsen würde, weil selbst eine maximale Technologie die negativen Folgen nicht mehr kompensieren könne.

Bevölkerungswachstum war in den Modellen zunächst eine Voraussetzung für die Steigerung der Wirtschaftsleistung, da die Bevölkerungszahl Auswirkungen auf die Rohstoffproduktion, die Nahrungsmittelproduktion, die nachgefragten Dienstleistungen und die Industrieproduktion hätten.[16] Diese wirtschaftsfördernden Aspekte des Bevölkerungswachstums würden aber bei einer Grenzüberschreitung ins Gegenteil umschlagen, da die Kapitalabnutzung dann größer als die Investitionsrate wäre. Dies wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn die Kosten der Rohstoffgewinnung immer weiter anstiegen, weil die ergiebigen Lagerstätten erschöpft wären und auf immer minderwertigere Lager zugegriffen werden müsste. Es könne also nach den Ergebnissen des 1972er Berichts kein unendliches Bevölkerungswachstum geben, ohne dadurch irgendwann auch das Industriekapital zu beeinträchtigen.[17]

Den Autoren war bewusst, dass sie die Szenarien teilweise auf der Grundlage ungenügender Daten erstellten, daher wurden Modellläufe sowohl unter der Annahme gleichbleibender wie auch bis zu fünf Mal höherer Reserven, als 1972 nachgewiesen waren, durchgeführt. Hinzu kamen jeweils unterschiedliche Vorgaben für das Wirtschaftswachstum, trotzdem waren aber in den meisten Szenarien die Rohstoffvorräte vor dem Jahr 2100 erschöpft. In dem Bericht wurde deutlich erklärt, dass keine Voraussagen gemacht würden, sondern nur „Hinweise auf die im Weltsystem charakteristischen Verhaltensweisen“[18] gegeben würden.

Meadows et al. erste Studie, wie auch die politisch bedingte Ölkrise von 1973, lösten ein Umdenken insbesondere in den westlichen Staaten aus. Danach kam es zur Entwicklung neuer Technologien, erhöhter Energieeffizienz und einem „qualitativen Wachstum“ mit stärkerer Entkoppelung von Wirtschaftswachstum, Energieverbrauch und Umweltverschmutzung. In den Ostblockstaaten, so etwa der DDR, wurden Meadows Thesen regierungsamtlich als „feindlich-negativ“ abgelehnt, aber angesichts erheblicher Umweltprobleme insbesondere von der kirchlichenUmweltbewegung und Opposition eingeführt und thematisiert.[19]

Reaktionen auf die Veröffentlichung[Bearbeiten]

Direkt im Anschluss an die Veröffentlichung kam es zu kontroversen Reaktionen. Henry C. Wallich von der University Yale bezeichnete in einem Leitartikel (13. März 1972) in Newsweek Die Grenzen des Wachstums als „irresponsible nonsense“ (unverantwortlichen Unfug). Meadows Katastrophenszenarien würden dazu benutzt, stark von politischen Vorstellungen geprägte subjektive Zukunftsvisionen zu propagieren.

Julian L. Simon und Herman Kahn und spätere Kritiker kritisierten ein Ausblenden des technischen Fortschritts in einer reinen Trendextrapolation[20][21]. Simon und andere halten Bevölkerungswachstum wie im Baby Boom für eine Voraussetzung, nicht ein Hindernis wirtschaftlichen Fortschritts. Allen Kneese und Ronald Riker kritisierten eine uneinheitliche Verwendung von Wachstumsfunktionen: während Bevölkerung, Kapital und Umweltverschmutzung exponentiell wüchsen, würde bei entsprechenden Technologien zur besseren Ressourcennutzung und verringerter Umweltverschmutzung – wenn überhaupt – nur ein lineares Wachstum angenommen.[22] In dem Zusammenhang wurde Meadows auch ein neomalthusianisches Vorgehen unterstellt.

Von Anfang an[22] und bis in die Gegenwart[23] wird häufig kritisiert, dass das Versiegen einzelner Rohstoffe zu bestimmten Jahreszahlen noch im 20. Jahrhundert vorhergesagt würde. ObGrenzen des Wachstums diese falsche Vorhersage enthält, ist umstritten. Eine mit dem Text konsistente Sichtweise ist, dass es sich um eine Fehlinterpretation handelt: Die Studie listet für Rohstoffe jeweils drei „Indexzahlen[24] für die Knappheit auf, von denen die Kritiker eine als Reichweitenprognose fehlinterpretieren. Die andere Sichtweise ist, dass tatsächlich ein Versiegen im 20. Jahrhundert impliziert wurde oder zumindest die Verwechslungsmöglichkeit in Kauf genommen wurde. Ein Indiz für diese Sichtweise ist, dass der Umweltrat der US-Regierung am Beginn des Abschnitts über nichtregenerierbare Rohstoffe unkommentiert mit folgender Aussage zitiert wird: „Bei der gegenwärtigen Expansionsrate […] können Silber, Zink und Uran selbst bei sehr hohen Preisen noch in diesem Jahrhundert knapp werden.“ Auf der anderen Seite wird die Sichtweise, dass die Kritiker eine Fehlinterpretation vornehmen, dadurch unterstützt, dass

  • der Gesamttext spätere Kollapszeitpunkte und Prognosen über Rohstoffpreisen „in 100 Jahren“[25] macht,
  • die von den Kritikern als Reichweitenprognose benutzte Zahl unterstellen würde, dass keinerlei Rohstoffvorkommen nach 1970 mehr gefunden würden, und
  • dass die späteren Ausgaben von Grenzen des Wachstums den Punkt Reichweitenprognose deutlich differenzierter darstellen, aber sich an den Grundaussagen des Buches nichts ändert.

Insofern wäre die Diskussion der Interpretation der Indexzahlen irrelevant, weil die anderen Aussagen des Buches unabhängig davon Bestand haben. Allerdings wird dieser Punkt benutzt, die Aussagen des Buches in Gänze zu diskreditieren.[26]

Im Juni 2008 veröffentlichte Graham Turner von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) eine Studie, in der er die historischen Daten für die Jahre von 1970 bis 2000 mit den Szenarien der ursprünglichen Studie von 1972 verglich. Er fand eine große Übereinstimmung mit den Vorhersagen des Standardszenarios, das in einem globalen Kollaps in der Mitte des 21. Jahrhunderts resultiert.[27][28]

1992: Die neuen Grenzen des Wachstums[Bearbeiten]

1992 wurden Die neuen Grenzen des Wachstums veröffentlicht. Neue Erkenntnisse (beispielsweise größere Rohstoffvorkommen als 20 Jahre zuvor bekannt) und die in der Zwischenzeit eingetretene Entwicklung wurden in die aktualisierten Simulationen aufgenommen, dennoch bleiben die Ergebnisse in der Tendenz ähnlich. Ebenso wie im 1972er Bericht enden die meisten Szenarien mit „Grenzüberziehung und Zusammenbruch“.[29] Durch Geburtenbeschränkung, Produktionsbeschränkung, Technologien zur Emissionsbekämpfung, Erosionsverhütung und Ressourcenschonung ließe sich aber ein Gleichgewichtszustand erreichen. Je später mit diesen Maßnahmen begonnen würde, desto niedriger wäre der erreichbare materielle Lebensstandard. Insgesamt wurden 13 Szenarien in dem Bericht vorgestellt, von denen drei zu einem Gleichgewichtszustand führen.[30]

Die Simulationen von 1992 wurden vor dem Hintergrund einer gegenüber 1972 verbesserten Datensituation durchgeführt. So erwähnten die Autoren 1972 die Klimawirkung durch Treibhausgasezwar, konnten die Folgen jedoch nicht überblicken. 1992 konnte der menschengemachte Treibhauseffekt bereits sehr viel besser abgeschätzt werden.[31] Ein eigenes Kapitel wird dem durch FCKW verursachten Abbau der Ozonschicht gewidmet. Hierin wird einerseits das Problem einer Grenzüberziehung durch FCKW-Emissionen beschrieben und andererseits aber auch deutlich gemacht, dass die Menschheit fähig ist, auf globale Probleme zu reagieren und internationale Vereinbarungen zum Schutz der Ozonschicht zu beschließen.[32]

2004: Das 30-Jahre-Update[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 veröffentlichten die Autoren das 30-Jahre-Update. Darin brachten sie die verwendeten Daten auf den neuesten Stand, nahmen leichte Veränderungen an ihrem ComputermodellWorld3 vor und errechneten anhand verschiedener Szenarien mögliche Entwicklungen ausgehend vom Jahr 2002 bis zum Jahr 2100. In den meisten der errechneten Szenarien ergibt sich ein Überschreiten der Wachstumsgrenzen und ein anschließender Kollaps („overshoot and collapse“) bis spätestens 2100. Fortführung des „business as usual“ der letzten 30 Jahre führe zum Kollaps ab dem Jahr 2030.

Auch bei energischem Umsetzen von Umweltschutz– und Effizienzstandards kann diese Tendenz oft nur abgemildert, aber nicht mehr verhindert werden. Erst die Simulation einer überaus ambitionierten Mischung aus Einschränkung des Konsums, Kontrolle des Bevölkerungswachstums, Reduktion des Schadstoffausstoßes und zahlreichen weiteren Maßnahmen ergibt einenachhaltige Gesellschaft bei knapp 8 Mrd. Menschen.

Die Studie von 2004 geht auch auf die Entwicklung von 1972 bis 2002 ein und beschreibt unter anderem

  • eine Zunahme des sozialen Gefälles (20 % der Erdbevölkerung verfügten über 85 % des globalen BIP)
  • die Bodenqualität (40 % der Ackerflächen würden übernutzt)
  • die Überfischung (75 % der Fischbestände seien bereits abgefischt) und wie bereits 1972, dass
  • die Erschöpfung fossiler Rohstoffe in wenigen Jahrzehnten bevorstehe.

Die Autoren nehmen an, dass die Kapazität der Erde, Rohstoffe zur Verfügung zu stellen und Schadstoffe zu absorbieren (siehe ökologischer Fußabdruck) bereits im Jahr 1980 überschritten worden sei und weiterhin überschritten werde (im Jahr 2004 schon um ca. 20 %).

2012 – 40 Jahre danach[Bearbeiten]

Die 40-Jahre-Prognose bis 2052[Bearbeiten]

Im Mai 2012 stellte Jørgen Randers, der bereits bei der ersten Publikation von 1972 unter den Autoren gewesen war, bei einer Veranstaltung des Club of Rome eine abermals erneuerte Prognose unter dem Titel 2052: A Global Forecast for the Next Forty Years vor.[33]

Already Beyond? – 40 Years Limits to Growth[Bearbeiten]

Already Beyond? Nachwuchs-Wissenschaftler aus China und Indonesienmit Dennis Meadows

Bereits zu spät? Podiumsdiskussion im Galeriegebäude der Herrenhäuser Gärten

Wilhelm Krull, Generalsekretär derVolkswagenstiftung, dankte den Teilnehmern des Herrenhäuser Symposiums

40 Jahre, nachdem die Volkswagenstiftung die erste Studie zu den Grenzen des Wachstums finanziert hatte,[3] lud die Volkswagenstiftung Ende November 2012 in ihrer Veranstaltungsreihe Herrenhäuser Symposien zu einem zweitägigen Symposium unter dem Titel Already Beyond? – 40 Years Limits to Growth (übers.: „Bereits zu spät? …“). Begleitet von einer „Winterschool“ in Visselhövede unter dem Leitthema „Limits to Growth Revisited“ für 60 Nachwuchs-Wissenschaftler, trafen sich im Galeriegebäude der Herrenhäuser Gärten in Hannover international „etablierte Fachvertreter“ zu der Konferenz, um über aktuelle Erkenntnisse zu diskutieren.[34] Zu den Teilnehmern auf dem Podium gehörten, neben Dennis L. Meadows,[35]

Tradition[Bearbeiten]

„Die Grenzen des Wachstums“ steht in einer langen Tradition von wachstumskritischen Veröffentlichungen. Die Kritik an exponentiellen Wachstumsprozessen ist jahrtausendealt. Bekannt sind die Weizenkornlegende und der Josephspfennig. Auch in der Bibel wird, an mehreren Stellen, ein Zinsverbot ausgesprochen, z. B. im Deuteronomium 23,20-21: „Du sollst deinem Bruder keinen Zins auferlegen, Zins für Geld, Zins für Speise, Zins für irgendeine Sache, die man gegen Zins ausleiht. Dem Fremden magst du Zins auferlegen, aber deinem Bruder darfst du nicht Zins auferlegen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem Geschäft deiner Hand in dem Land, in das du kommst, um es in Besitz zu nehmen.“. Ebenso im Koran, in Sure 3, Vers 130 „Ihr Gläubigen! Nehmt nicht Zins, indem ihr in mehrfachen Beträgen wiedernehmt, was ihr ausgeliehen habt!“.

Dem Kapitel I, des Berichts „Die Grenzen des Wachstums“, stellten die Autoren ein Zitat von Han Fei-Tzu voraus (ca. 500 v. Chr.):„Die Menschen meinen, fünf Söhne seien nicht zuviel und jeder Sohn habe fünf Söhne; wenn der Großvater stirbt hat er fünfundzwanzig Nachkommen. Deshalb gibt es immer mehr Menschen und ihr Reichtum schwindet dahin; sie arbeiten hart um geringen Lohn.“ [36] Aristoteles sagte, 322 v. Chr.: „Die meisten Leute meinen, ein Staat, der die Menschen glücklich machen könne, müsse groß sein; aber selbst wenn sie recht haben sollten, wissen sie doch nicht, was eigentlich groß und klein bei Staaten bedeuten soll… Auch für die Größe von Staaten gibt es eine Grenze, so wie für jedes andere Ding, für Pflanzen, Tiere und für Handwerkzeuge; denn diese Dinge verlieren ihre natürliche Wirksamkeit, wenn sie zu groß oder zu klein sind; entweder gehen sie völlig ihrer Eigenart verlustig oder sie werden zerstört.“[37] Thomas Robert Malthus warnte 1798 in seinem Aufsatz The Principle of Population vor der Bevölkerungsfalle, die durch Bevölkerungswachstum entstünde. 1865 prognostizierte William Stanley Jevons in The Coal Question eine Erschöpfung der Kohlevorkommen für das Jahr 1980 und formulierte das Jevons’ Paradoxon: Technischer Fortschritt, der zu einer effizienteren Nutzung von Rohstoffen führt, kann dennoch zu einem Mehrverbrauch dieser Rohstoffe führen.

Infolge des Berichts Die Grenzen des Wachstums erschienen wiederum eine Reihe von wachstumskritischen Berichten, teilweise mit internationaler Verbreitung, teilweise mit regionalem Bezug. Der bedeutendste Folgebericht ist wahrscheinlich „Global 2000 – Der Bericht an den Präsidenten“. Im Anhang dieses Berichtes werden auch die verschiedenen Weltmodelle diskutiert, von denen World 3 nur eines von vielen ist, Global 2000 selbst basierte auf dem sogenannten „Weltmodell der Regierung“ (gemeint ist die US-Regierung). Im deutschsprachigen Raum erschien 1994 das Buch „Wahnsinn Wachstum“ von Reiner Klingholz. [38] In dem reich bebilderten Werk wurden auch die Diagramme der Studie „Die neuen Grenzen des Wachstums“ gezeigt. Auf diese Kurven griff auch der 1995 erschienene Bericht an den Club of Rome „Faktor 4 – Doppelter Wohlstand – halbierter Naturverbrauch“, von Ernst Ulrich von Weizsäcker und Amory B. Lovins und L. Hunter Lovins, zurück.[39]

Etwa zur selben Zeit wie das 30-Jahre-Update ergab das 2005 veröffentlichte Millennium Ecosystem Assessment, dass von 24 Schlüssel-Ökosystemen 15 übernutzt werden, was einer Quote von 60 % entspricht. Bei einigen Systemen zeigten sich die Folgen bereits, bei anderen würde die Funktionsfähigkeit unter andauerndem Stress in Zukunft nachlassen, so die Schlussfolgerungen der Studie.

Siehe auch[Bearbeiten]

Ausgaben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anorthe Kremers, Nataliya Moor, Matthias Nöllenburg, Vanessa Spittau: Already beyond? 40 Years ‚Limits to Growth‘ (engl.), pdf-document for the Herrenhausen Symposium, November 28-29, 2012, published by Volkswagen Foundation, Hannover 2012
  • Douglas E. Booth: Hooked on Growth. 2004, ISBN 0-7425-2718-2
  • Deutscher Studienpreis (Hrsg.): Ausweg Wachstum? Arbeit, Technik und Nachhaltigkeit in einer begrenzten Welt. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, ISBN 978-3-531-15300-1
  • Takis Fotopoulos: Umfassende Demokratie. Die Antwort auf die Krise der Wachstums- und Marktwirtschaft. Trotzdem Verlag, Grafenau 2003, ISBN 3-931786-23-4 (englische Ausgabe)
  • Karsten Herzmann & Caroline Seibert: Neue Perspektiven für die ökologische Wachstumskritik. In: Zeitschrift für Wachstumsstudien. Nr.1, 2005 (PDF; 376 KB)
  • Athanasios Karathanassis: Naturzerstörung und kapitalistisches Wachstum. VSA, Hamburg 2003, ISBN 3-89965-018-2.
  • Mihailo Mesarovic & Eduard Pestel: Mankind at the turning point. Dutton, 1974
    • Menschheit am Wendepunkt. Zweiter Bericht an den Club of Rome zur Weltlage. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1974, ISBN 3-421-02670-X.
  • Horst E. Richter (Hrsg.): Wachstum bis zur Katastrophe? Pro und Contra zum Weltmodell. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1974, ISBN 3-421-02661-0
  • Rupert Riedl & Manuela Delpos (Hrsg.): Die Ursachen des Wachstums. 1996, ISBN 3-218-00628-7
  • Friedrich Schmidt-Bleek: Wieviel Umwelt braucht der Mensch? Das Maß für ökologisches Wirtschaften. Birkhäuser, Basel 1994, ISBN 3-7643-2959-9.
  • Reinhard Steurer: Der Wachstumsdiskurs in Wissenschaft und Politik. Von der Wachstumseuphorie über „Grenzen des Wachstums“ zur Nachhaltigkeit. VWF, Berlin 2002, ISBN 3-89700-338-4
  • Bernhard Verbeek: Die Anthropologie der Umweltzerstörung. Die Evolution und der Schatten der Zukunft. 3. erweiterte Auflage. Primus-Verlag, Darmstadt 1998, ISBN 3-89678-099-9
  • David Woodward & Andrew Simms: Growth Isn’t Working. New Economics Foundation, London 2006, ISBN 1-904882-06-4 (PDF; 888 KB)
  • Irmi Seidl & Angelika Zahrnt (Hrsg.): Postwachstumsgesellschaft – Konzepte für die Zukunft, Metropolis Verlag, Marburg 2010, ISBN 978-3-89518-811-4, mit einem Geleitwort von Bundespräsident a. D. Horst Köhler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: The Limits to Growth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Grenzen_des_Wachstums

 

Die Vermögen auf der Welt sind dramatisch ungleich verteilt. Wie sehr, zeigt ein Datenreport aus der Schweiz – und unsere Infografik.

Wenige Reiche, viel Reichtum

Die Vermögen auf der Welt sind dramatisch ungleich verteilt. Wie sehr, zeigt ein Datenreport aus der Schweiz – und unsere Infografik.

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass in New York Tausende Anhänger der Occupy-Bewegung gegen die großen Ungerechtigkeiten unserer Zeit protestierten. “Wir sind die 99 Prozent”, skandierte die Menge damals, eine Anspielung auf dieextrem ungerechte Verteilung von Einkommen, Vermögen und Chancen in Amerika. 

Unsere Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE anhand einesDatenreports der Credit Suisse entworfen hat, zeigt, wie sich die Vermögen heute weltweit verteilen. Ein Blick genügt, um zu sehen, dass es noch immer sehr wenige Superreiche – rund ein Prozent – mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar gibt, die allerdings rund 40 Prozent des gesamten Vermögens auf sich vereinen. An der globalen Verteilung des Reichtums hat sich seit der Occupy-Bewegung wenig verändert.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-01/infografik-reichtum-weltweit

In Deutschland sieht es so aus:

Vermögens- und Schuldenuhr

Nettoprivatvermögen in Deutschland

9.907.218.065.771  €

Zuwachs 9181 € pro Sekunde

Das reichste Zehntel besitzt davon 66,6 %

6.598.207.232.150  €

Zuwachs 6115 € pro Sekunde

Staatsverschuldung

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Stephan Hessel über die Bedeutung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als global Verfassung!

STÉPHANE HESSEL 2008

Anlässlich des 60. Geburtstages der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Interview

Erstausstrahlungstermin:Mi, 27. Feb 2013, 16:23

http://videos.arte.tv/de/videos/stephane-hessel-2008–7354364.html

“Eine mächtige Lüge”

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wird 50. Grund zum Feiern? Ein ZEIT-Gespräch mit dem französischen Diplomaten Stéphane Hessel VON STZ/CW, CONSTANZE STELZENMÜLLER UND CHRISTIAN WERNICKE

DIE ZEIT: Botschafter Hessel, Sie waren als junger Diplomat dabei, als die gerade gegründeten Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechteberieten. Darin heißt es, die “Verkennung und Mißachtung der Menschenrechte” führten zu “Akten der Barbarei, die das Gewissen der Menschheit tief verletzt haben”. Heute, 50 Jahre danach, haben die obersten Richter Großbritanniens entschieden, Chiles Exdiktator Augusto Pinochet wegen der unter seiner Führung begangenen Akte der Barbarei an Spanien auszuliefern. Ein später Sieg für Ihre Sache?

STÉPHANE HESSEL: Aber ja! Stellen Sie sich bitte vor: Als wir unsere Beratungen 1946 – ich war fast 30, also schon ein älterer junger Mann – begannen, wollten wir viel mehr als nur eine rechtlich unverbindliche Erklärung: Wir wollten einen völkerrechtlich verpflichtenden Vertrag, mitsamt einem Weltgericht. Doch dann hat es mit den beiden UN-Menschenrechtspakten 18 Jahre gedauert; und es brauchte weitere zehn, bis sie in Kraft waren. Seit 1993 und 1994 existieren die Kriegsverbrechertribunale für Jugoslawien und Ruanda. Und seit Juli gibt es immerhin ein Statut für einen Internationalen Strafgerichtshof, wenn es auch noch lange dauern wird, bis er mit der Arbeit beginnen kann. Daß Pinochet in Londonfestgehalten wurde, obwohl es dieses Weltgericht noch nicht gibt, ist also ein enormes Symbol. Die Welt findet es skandalös, daß so ein Mensch überhaupt sein Land verlassen kann, ohne sofort die Verhaftung fürchten zu müssen.

HESSEL: Zugegeben, es gab zwischen 1948 und 1989 eine lange Durststrecke. Da hieß es: Wir müssen das Mögliche tun, aber es gibt eine Grenze, die wir nicht überschreiten können. Jetzt aber hat sich die Überzeugung durchgesetzt, besonders bei den Jungen: Die Sprache der Menschenrechte ist die Sprache des neuen Jahrhunderts – und das hat für mich 1989, mit dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges, begonnen. Heute weiß die Öffentlichkeit immer mehr darüber, wie und wo Menschenrechte weltweit vergewaltigt werden. Und sie fühlt sich verantwortlich dafür.

ZEIT: Spielte dieses Gefühl weltweiter Verantwortung nicht schon vor 50 Jahren eine Rolle?

HESSEL: Der Schock von 1945 war enorm. Das war etwas anderes als, sagen wir, 1918. Der Erste Weltkrieg stellte sich als ein Konflikt zwischen Mächten dar, die derselben Zivilisation entstammten. Das Wilhelminische Deutschland war ja nicht so verschieden von Frankreich oder England. Der eine hatte verloren, die anderen gewonnen. 1945 dagegen sind wir alle einer Bedrohung für unsere Menschlichkeit entronnen. Deshalb wollte meine ganze Generation den Sieg von 1945 begreifen als eine Verantwortung – auch für die Zukunft.

ZEIT: Sie agierten im Widerstand gegen die Okkupationsherrschaft der Nazis, denen Sie – der gebürtige Berliner und naturalisierte Franzose – als Halbjude galten. Sie wurden von der Gestapo gefoltert und haben die Konzentrationslager Buchenwald und Dora überlebt. Warum sollte ein Opfer Verantwortung für die Verbrechen der Täter fühlen?

HESSEL: Ich war ein Opfer – aber eines, das entkommen ist. Man hat mich ein bißchen gefoltert, aber das hat meine Identität nicht zerstört.

HESSEL: Das war eine Erweiterung meines Bewußtseins. Wäre ich nicht in Buchenwald oder Dora gewesen, hätte ich vielleicht das Entsetzliche dieser Verbrechen nicht begriffen. Ich aber habe den Horror – wie sagt man? – angepackt.

ZEIT: Der Hinrichtung im KZ sind Sie nur entkommen, weil Sie die Identität eines Toten annahmen. Später schrieben Sie: “Dieses neu geschenkte Leben galt es sinnvoll zu nutzen.”

HESSEL: Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt; manches war auch reiner Zufall. Sehen Sie, eigentlich wollte ich im Oktober 1945 als junger französischer Diplomat gar nicht zur Uno. Meine drei Vorgänger im Auswahlverfahren hatten sich für Moskau, London und Washington entschieden. Für mich blieb China. Doch auf einem Zwischenstopp in New York traf ich Henri Laugier, Frankreichs obersten Beamten bei den neugegründeten Vereinten Nationen. Er suchte einen Mitarbeiter. Mein Schwiegervater, sein Freund, wollte seine Tochter lieber in New York als in Tschungking wissen und schlug mich vor. So blieb ich da – gerade als die Beratungen über die Menschenrechtserklärung begannen.

ZEIT: Die Vereinten Nationen waren also selbst für einen jungen, idealistischen Diplomaten wie Sie keine Wunschadresse, sondern eher ein Seitensprung in der Karriere.

HESSEL: Es war kein richtiger Posten, es gab ja die Uno als Organisation gerade sechs Monate. Es konnte sich auch niemand so recht vorstellen, was daraus werden könnte. Doch mir wurde schon nach zwei, drei Monaten klar, daß ich lieber internationaler Beamter sein wollte als Diplomat. So blieb ich dann fünf Jahre. Und in China bin ich – leider – bis heute noch nicht gewesen!

ZEIT: Die Arbeit an einem universalen Menschenrechtskatalog oblag einer achtköpfigen internationalen Kommission. Wie war das Zusammenspiel der Kulturen, worüber stritt man sich?

HESSEL: Meine Rolle war eine ganz bescheidene, organisatorische. Aber es war spannend dabeizusitzen, wenn diese acht – später waren es zwölf, dann 18 – Experten den Text diskutierten. Die erste Streitfrage hieß: Wollen wir nur eine Erklärung oder einen richtigen Vertrag?

ZEIT: Die Staaten, die Regierungen, wollten sich nicht völkerrechtlich verpflichtende Fesseln anlegen lassen?

HESSEL: Genau, deshalb blieb es auch bei einer Erklärung. Außerdem stritt man sich, ob die Erklärung “international” oder “universal” sein sollte. Der Franzose René Cassin hat die letztere Formulierung durchgesetzt – auf deutsch wird sie leider falsch mit “allgemein” übersetzt. Aber der größte Streit bestand zwischen dem Westen, der die bürgerlichen und politischen Rechte hochhielt, und dem Osten, der auf wirtschaftliche und soziale Rechte pochte.

HESSEL: Vergessen Sie nicht: In der Uno saßen damals nur 51 – bei der Abstimmung zwei Jahre später waren es 56 – Staaten. Es gab nur einen einzigen afrikanischen Mitgliedstaat, Äthiopien. Die Entkolonialisierung hatte nicht einmal begonnen, auch die “Feindstaaten” Italien, Japan und Deutschland wurden erst viel später Mitglieder. Und der einzige Araber in der Menschenrechtskommission war ein libanesischer Christ, der in Paris studiert hatte und erlesenes Französisch sprach. Es gab jedoch auch nichteuropäische Einflüsse. Vom chinesischen Juristen P. C. Chang etwa stammt die Betonung des “Gewissens” als treibende Kraft für den Schutz der Menschenrechte. Und die Lateinamerikaner legten großen Wert auf den Schutz der Souveränität des Staates …

ZEIT: … weil sie als Hinterhof der USA Washingtons Einmischungen fürchteten …

HESSEL: Ja. Aber aus ihren katholischen Kulturen gelangte auch ein zentrales Konzept in die Erklärung: die Menschenwürde.

ZEIT: Von wo es in die Präambel des deutschen Grundgesetzes übernommen wurde.

HESSEL: Wie später überhaupt die Menschenrechtserklärung für viele Verfassungen der Nachkriegszeit Pate stand. Das wirkt bis heute fort.

ZEIT: Haben auch einzelne Personen der Erklärung ihren Stempel aufgeprägt?

HESSEL: O ja. Neben Cassin waren dies vor allem der Kanadier John Humphrey – und die Vorsitzende Eleanor Roosevelt, Witwe des amerikanischen Präsidenten. Die Kommissionsmitglieder waren zwar als unabhängige Experten entsandt worden, aber natürlich mußten sie Rücksichten nehmen. Cassin und sein britischer Kollege durften den Status der Kolonien nicht anrühren. Und genauso wollte Madame Roosevelt nicht zuviel über Bildung und Soziales in der Erklärung sehen, weil das nach amerikanischem Denken den Staat nichts angeht. Aber sie hat so manche Anweisung still beiseite gelegt. Und sie hatte sowohl die Autorität als auch den Charme, um den Herren immer wieder zu sagen: Genug diskutiert – jetzt stimmt es!

ZEIT: Humphrey hat einmal fast die Sache zum Scheitern gebracht, als er öffentlich erklärte: Was wir hier tun, ist etwas Revolutionäres!

HESSEL: Nun, es gab da einen Generationenkonflikt. Die weisen Älteren, die den Ersten Weltkrieg und die Völkerbundzeit miterlebt hatten, mahnten immer: Vorsicht, wir dürfen den Regierungen nicht zuviel zumuten. Wir Jungen dagegen – und dazu gehörte Humphrey – waren leidenschaftlich davon überzeugt, es gelte, eine neue Welt aufzubauen. Also: Revolution!

ZEIT: Hatten Sie je das Gefühl: Die Chance des Augenblicks kann vorübergehen – die Zeit drängt?

HESSEL: Wir waren ja nicht naiv, wir wußten: Die große Freundschaft zwischen Amerika und der Sowjetunion würde nicht ewig halten. Es sah schon brenzlig aus, und das haben wir alle gespürt. Bei allen Meinungsverschiedenheiten zwischen Ost und West, Alt und Jung: Jedesmal, wenn ein neuer Artikel formuliert war, waren wir erleichtert – wieder eine Schwelle überschritten! Und wenn man jetzt den Text liest – 30 Artikel sind es -, staunt man, wie klar und kompromißlos er ist.

ZEIT: Also tatsächlich eine Revolution?

HESSEL: Kein Zweifel, die Unterzeichnung dieser Resolution am 10. Dezember 1948, hier in Paris, ist der Moment des 20. Jahrhunderts. Ohne den Schock des Holocaust wäre er nicht möglich gewesen. Da haben wir dem Herrn Hitler schon viel zu verdanken.

ZEIT: Uns fielen da noch einige andere Daten ein. Warum ausgerechnet dieser Tag?

HESSEL: Weil er ein historischer Wendepunkt war. Als der Krieg zu Ende war, dachten wir: Entweder geht jetzt die Welt unter, oder es kommt etwas ganz Neues. Und was war dieses Neue? Es war der Sieg einer neuen, anderen Vision des Menschen und der Gesellschaft. Für Ihre Ge- neration sind Menschenrechte und rechtsstaatliche Demokratie selbstverständlich. Aber als ich jung war, galt Demokratie als eine Regierungsform unter vielen, und die Menschenrechte galten als eine Fußnote in der Geschichte der Französischen Revolution. Seit dem 10. Dezember 1948 steht fest: Nur noch solche Staaten und Regierungen sind legitim, die ihre Herrschaft vom Schutz der dignité, der Menschenwürde, ableiten. Seither ist alles anders.

ZEIT: Ist das nicht zuviel des Optimismus?

HESSEL: Ich bin ein Optimist, ja – aber kein dummer Optimist. Wir wußten wohl, daß es viele Jahre dauern würde, um diese Rechte durchzusetzen. Aber mit der Erklärung von 1948 hatte die Welt endlich einen Maßstab bekommen für das Unrecht – und eine Richtlinie für die Zukunft.

ZEIT: Heute zählt die Uno 185 Mitgliedstaaten: Die meisten sind Exkolonien oder Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, sie beherbergen die Hälfte der Erdbevölkerung. Ist die Menschenrechtserklärung für sie überhaupt noch aktuell?

HESSEL: Das ist eine berechtigte Frage. Aber bedenken Sie, was alles seitdem geschehen ist: Die beiden Menschenrechtspakte von 1966 wurden von mehr als zwei Dritteln aller Staaten ratifiziert. Und auf der Menschenrechtskonferenz von Wien im Jahre 1993 – da war ich der Leiter der französischen Delegation – haben sich fast alle Mitgliedstaaten der Uno zur Universalität der Menschenrechte bekannt.

ZEIT: Was antworten Sie Kritikern wie Lee Kuan Yew aus Singapur, die der Erklärung vorwerfen, sie verkörpere ein westlich-individualistisches Menschenbild und leugne die Unterschiede der Kulturen?

HESSEL: Aber das macht sie doch gerade universal: daß das Individuum im Vordergrund steht und nicht seine Bindung an Familie, Clan, Ethnie oder Staat. Die Lee Kuan Yews reden über sich selbst, nicht über ihre Völker oder gar ihre Bürger. Wer heute über die Welt redet, spricht die Sprache der Menschenrechte. Übrigens: Schon vor 50 Jahren hat jeder von uns seine jeweiligen Traditionen verteidigt und eingebracht. Doch vor allem ging es uns um das Gemeinsame.

ZEIT: Eine Art Weltkultur?

http://www.zeit.de/1998/51/199851.hessel__.xml

“Sie steht da als ein Monument”

Stephane Hessel über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vor 60 Jahren

Stephane Hessel im Gespräch mit Leonie March

Flüchtlinge im Kongo
Flüchtlinge im Kongo (AP)

Der ehemalige französische Sonderbotschafter Stephane Hessel hat die Bedeutung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hervorgehoben. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sei es von großer Wichtigkeit gewesen, zu zeigen, “dass der Mensch nicht nur die Bosheit in sich hat, sondern auch die Güte und die Großherzigkeit”, sagte der Mitverfasser der Erklärung.

Leonie March: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. So beginnt der Artikel 1 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Sie ist die Grundlage des humanitären Völkerrechts, sie gilt universell. Heute vor 60 Jahren ist sie von der Generalversammlung der gerade erst gegründeten Vereinten Nationen in Paris verabschiedet worden. Als junger Diplomat war damals Stephane Hessel an den Beratungen beteiligt. Der französische Sonderbotschafter ist einer der Verfasser der Erklärung. – Guten Morgen, Herr Hessel.

Stephane Hessel: Guten Morgen.

March: Mit welchen Gefühlen blicken Sie heute am Jubiläum zurück auf diesen bedeutenden Tag?

Hessel: Mit dem Gefühl, dass wir damals etwas leisten konnten, was uns eine neue Grundlage für die Wahrung der Grundlagen des 20. und 21 Jahrhunderts bieteten. Wie Sie hören ist meine Stimme sehr schwach, aber ich wollte doch dem deutschen Publikum sagen, wie wichtig es für uns alle ist, dass Deutschland gerade dieses Jahrhundert so überwunden hat, dass es nicht nur die Schrecken des Nazismus gekannt hat, sondern auch die Schwierigkeit einer Kultur, wo zwei Deutschlands gegeneinander standen. Und das haben die Deutschen jetzt auch überwunden, sodass für uns dieses Datum des 60. Jahrestages ein sehr positives ist. Wir haben jetzt die Möglichkeit, für Europa dazustehen. Ich war vor zwei Wochen in Nürnberg und vor einer Woche in Weimar und es ist so gut, dass jetzt die Deutschen gerade das Gefühl haben, dass diese Errungenschaften der Menschen, die vor 60 Jahren geboren worden sind, heute noch unbedingt gültig sind, wenn sie auch in mehreren Fällen nicht genügend aufgebracht sind.

March: 1948 stand die Welt ja unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs. In der Präambel der Erklärung wird an die Akte der Barbarei erinnert. Welche Vision haben Sie damals mit den anderen Verfassern verfolgt?

Hessel: Es ging darum, dass der Mensch nicht nur die Bosheit in sich hat, sondern auch die Güte und die Großherzigkeit, und dass gerade diese Bestandteile der menschlichen Seele ihren Platz jetzt finden. Das ist uns noch heute so wichtig. Wenn wir das vergessen, wenn wir nur daran denken, die Menschen sind dazu gemacht, dass sie nur ökonomische oder finanzielle Fortschritte machen, dann vergeht etwas, was gerade in der deutschen Dichtung bei Hölderlin, bei Rilke so wichtig vorhanden ist und wofür wir die großen kategorischen Imperative von Emanuel Kant immer mit uns tragen sollen.

March: Sie selbst, Herr Hessel, waren ja ein Mitglied der Resistance. Sie wurden gefoltert und in Konzentrationslager deportiert. Später haben Sie geschrieben, dass Sie Ihr neu geschenktes Leben sinnvoll nutzen wollten. War die Erklärung der Menschenrechte dazu der Schlüssel?

Hessel: Bestimmt! Ja, Sie haben ganz Recht. Das war ein Schlüssel, ein Schlüssel und ein Programm. Denn was in der allgemeinen Erklärung steht, ist natürlich noch nicht errungen, aber es ist das Programm, zu dem wir uns verpflichtet haben, und das ist das, was uns jetzt noch immer trägt.

March: Herr Hessel, ich möchte Ihre Stimme nicht unnötig strapazieren, aber eine Frage würde ich Ihnen gerne noch stellen. Noch immer werden täglich Menschenrechte verletzt. Die Welt hat sich seit der Verabschiedung der Erklärung vor 60 Jahren verändert und nicht nur zum besseren. Muss die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 deshalb erweitert werden?

Hessel: Sie selbst kann nicht mehr erweitert werden, denn sie steht da als ein Monument. Aber was wir nicht erreicht haben, muss jetzt in neuen Texten und neuen Institutionen vor allem für die Umwelt, die damals noch nicht betrachtet wurde, gestaltet werden. Das ist jetzt das wichtigste, was wir zu tun haben.

March: Stephane Hessel war das, live und sehr erkältet aus Paris. Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch.

Hessel: Bitte schön.

March: Der französische Sonderbotschafter ist einer der Verfasser der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Das Gespräch mit Stephane Hessel können Sie bis zum 10. Mai 2009 in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören. MP3-Audio

http://www.deutschlandradiokultur.de/sie-steht-da-als-ein-monument.1008.de.html?dram:article_id=162266

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ – Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – Ziele der Eine-Welt-Botschafter ist dazu beizutragen, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als unsere globale Verfassung ernst genommen und umgesetzt wird und dafür eine weltweite Bürgerbewegung zu fördern!

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Die Flagge der Vereinten Nationen

Sonderbriefmarke von 1998 zum 50. Jahrestag der Erklärung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (A/RES/217, UN-Doc. 217/A-(III)), auch: Deklaration der Menschenrechte oder UN-Menschenrechtscharta oder kurz AEMR, ist das ausdrückliche Bekenntnis der Vereinten Nationen zu den allgemeinen Grundsätzen derMenschenrechte. Es wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris genehmigt und verkündet.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte[1]

Der 10. Dezember als Tag der Verkündung wird seit 1948 als Internationaler Tag der Menschenrechte begangen.

Grundlagen[Bearbeiten]

Die Menschenrechtserklärung besteht aus 30 Artikeln. Diese enthält grundlegende Ansichten über die Rechte, die jedem Menschen zustehen, „ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“[2] und unabhängig davon, in welchem rechtlichen Verhältnis er zu dem Land steht, in dem er sich aufhält. Mit Übersetzungen in nach Angaben des Office of the High Commissioner for Human Rights mehr als 300 Sprachen ist sie einer der am meist übersetzten Texte.

Schon die Präambel erklärt als grundsätzliche Absicht „Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt“, und Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an „die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau“.[3]

Rechtlicher Status[Bearbeiten]

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist keine verbindliche Rechtsquelle des Völkerrechts.[4] Sie wurde mit der Resolution 217 A (III)[5] der UN-Vollversammlung eingeführt. Die Erklärung ist also kein völkerrechtlicher Vertrag und daher nicht als solcher verbindlich. Auch ihr Status als Resolution verleiht ihr keine verbindliche Wirkung, da nach der UN-Charta nur Resolutionen des Sicherheitsrates bindende Wirkung zukommt und eine entsprechende Regelung für Resolutionen der Vollversammlung fehlt.[6] Allerdings ist die Aussage einer Unverbindlichkeit der Erklärung dennoch einzuschränken: Zum einen finden sich viele Bestimmungen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auch in den beiden internationalen Pakten über Bürgerliche und Politische Rechte („Zivilpakt“, BPR) sowie über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte („Sozialpakt“, WSKR), beide 1966 geschlossen und 1976 in Kraft getreten; diese Bestimmungen haben dadurch den Rang bindender internationaler Abkommen erhalten. Zum anderen ist es denkbar, dass sich Bestimmungen der Erklärung zu Völkergewohnheitsrecht entwickeln und dann auf dieser Basis bindende Wirkung entfalten. Die Rechtsquelle, auf der die Bindung beruht, wäre dann aber das – im Einzelfall nachzuweisende – Gewohnheitsrecht, nicht die Erklärung selbst.

Im Juli 2010 erklärte die UN-Vollversammlung mehrheitlich das Recht auf Wasser zum Menschenrecht.[7] Auch diese Erklärung ist aber aus denselben Gründen völkerrechtlich nicht verbindlich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte

Eleanor Roosevelt mit der spanischen Sprachversion (Declaración Universal de los Derechos del Hombre)

Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

PRÄAMBEL

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,

da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4

Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.

Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Artikel 6

Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

Artikel 7

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

Artikel 8

Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.

Artikel 9

Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.

Artikel 10

Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.

Artikel 11

1. Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

2. Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt werden.

Artikel 12

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Artikel 13

1. Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.

2. Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.

Artikel 14

1. Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

2. Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen.

Artikel 15

1. Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit.

2. Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.

Artikel 16

1. Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.

2. Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden.

3. Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

Artikel 17

1. Jeder hat das Recht, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.

2. Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.

Artikel 18

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

Artikel 19

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 20

1. Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

2. Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.

Artikel 21

1. Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

2. Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

3. Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muß durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

Artikel 22

Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Artikel 23

1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.

4. Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Artikel 24

Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.

Artikel 25

1. Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.

2. Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.

Artikel 26

1. Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.

2. Die Bildung muß auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muß zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.

3. Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.

Artikel 27

1. Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.

2. Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.

Artikel 28

Jeder hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

Artikel 29

1. Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.

2. Jeder ist bei der Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht, die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten anderer zu sichern und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des allgemeinen Wohles in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.

3. Diese Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden.

Artikel 30

Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, daß sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu begehen, welche die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.

http://www.un.org/Depts/german/grunddok/ar217a3.html

Die Anti-Hitler-Koalition mobilisierte Menschen und Länder mit dem Kriegsziel, eine Welt ohne Krieg, Rüstungsbelastungen und mit einer Politik zu schaffen, in der das Wohl der Bürger im Mittelpunkt steht! Charta der Vereinten Nationen: “WIR, DIE VÖLKER DER VEREINTEN NATIONEN – FEST ENTSCHLOSSEN, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern, ..”Hier das Versprechen des US-Vizepräsidenten, Henry Wallace, zu den Zielen des Krieges!

Die Anti-Hitler-Koaltion wurde vom US- und englischen Präsidenten Roosevelt and Church gegründet:

Atlantik-Charta

Roosevelt und Churchill an Bord derPrince of Wales

Die Atlantik-Charta vom 14. August 1941 ist eine gemeinsame Erklärung der damaligen Regierungschefs der USA, Franklin D. Roosevelt, undGroßbritanniens, Winston S. Churchill, in der gemeinsame Grundsätze ihrer internationalen Politik formuliert wurden.

Atlantik-Konferenz[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion trafen sich Roosevelt und Churchill vom 9. bis 12. August 1941 unter höchster Geheimhaltung auf dem britischen SchlachtschiffHMS Prince of Wales in der Placentia Bay vor Neufundland. Hier vereinbarten sie die Atlantik-Charta, die am 14. August 1941 veröffentlicht wurde.

Darüber hinaus wurden auf der Konferenz gesteigerte US-Waffenlieferungen an Großbritannien und die UdSSR vereinbart sowie eine Ausweitung der amerikanischen Sicherungszone für diese Lieferungen bis nach Island. Besprechungen, die sich vor allem um die Lage in China und Spanien drehten, führten zu keinen militärstrategischen Entscheidungen.

Inhalt[Bearbeiten]

Insgesamt wurden acht Punkte festgehalten, darunter: Verzicht auf territoriale Expansion, gleichberechtigter Zugang zum Welthandel und zu Rohstoffen, Verzicht auf Gewaltanwendung, Selbstbestimmungsrecht der Nationen, engste wirtschaftliche Zusammenarbeit aller Nationen mit dem Ziel der Herbeiführung besserer Arbeitsbedingungen, eines wirtschaftlichen Ausgleichs und des Schutzes der Arbeitenden, Sicherheit für die Völker vor Tyrannei, Freiheit der Meere, Entwaffnung der Nationen um ein System dauerhafter Sicherheit zu gewährleisten.

Zwei der Punkte beziehen sich direkt auf eine Weltorganisation. Die Erklärung wurde am 24. September 1941 von der Sowjetunion und neun Regierungen des besetzten Europa unterzeichnet, nämlich von Belgien, Griechenland, Jugoslawien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, der Tschechoslowakei und von Vertretern des Freien Frankreichs. Die Atlantik-Charta wurde so zum grundlegenden Dokument für die Vereinten Nationen. Sie hatte das Ziel einer besseren Weltordnung (vor allem unter Beachtung des Völkerrechts, der Selbständigkeit von Völkern zurStaatsgründung usw.). Eine gewisse Anlehnung an den Vierzehn-Punkte-Plan von Woodrow Wilson lässt sich nicht verleugnen.[1]

Mehrere Punkte der Charta waren zwischen Roosevelt und Churchill umstritten. So widersprach Punkt drei der Dominanz Englands im Commonwealth, die ein Ausscheiden einzelner Staaten aus diesem Verbund nicht vorsah. Punkt vier stand die handelspolitische Abschottung des britischen Commonwealth nach außen entgegen. Churchill stimmte der Charta aber mit der Einschränkung zu, dass Großbritannien eine Anwendung auf das Commonwealth nicht zulassen werde. Die UdSSR beanspruchte später, jeweils im Einzelfall, insbesondere in Polen und im Baltikum, zu entscheiden, ob die Atlantik-Charta auf ihr Interessengebiet angewendet werden sollte.

Punkt zwei der Charta widersprach den Vorstellungen der Exilregierungen der von Truppen der Achse besetzten Länder, die eigene Entwürfe der zukünftigen Grenzen ihrer Staaten nach Kriegsende hatten. Sie meldeten Vorbehalte an. Die polnische Regierung sah ihre Ansprüche auf Danzig, Ostpreußen und Oberschlesien gefährdet.[2] Jugoslawien ging es darum, die Grenze Italiens hinsichtlich Slowenien zu seinen Gunsten zu revidieren, und Triest zu erhalten. Tschechien ging es um das Sudetenland.

Wortlaut (deutsche Übersetzung)[Bearbeiten]

Atlantic-Charta vom 14. August 1941

Die Atlantik-Charta vom 14. August 1941

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und Ministerpräsident Churchill, als Vertreter der Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich, erachten es als ihr Recht, einige allgemeine Prinzipien der Politik ihrer Länder bekanntzugeben, Prinzipien, auf deren Verwirklichung sich ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft der Welt gründen.

  1. Ihre Länder streben keinerlei Bereicherung an, weder in territorialer noch in anderer Beziehung.
  2. Sie wünschen keinerlei territoriale Veränderungen, die nicht im Einklang mit den in voller Freiheit ausgedrückten Wünschen der betroffenen Völker stehen.
  3. Sie achten das Recht aller Völker, sich jene Regierungsform zu geben, unter der sie zu leben wünschen. Die souveränen Rechte und autonomen Regierungen aller Völker, die ihrer durch Gewalt beraubt wurden, sollen wiederhergestellt werden.
  4. Sie werden, ohne ihre eigenen Verpflichtungen außer Acht zu lassen, für einen freien Zutritt aller Staaten, der großen wie der kleinen, der Sieger wie der Besiegten, zum Welthandel und zu jenen Rohstoffen eintreten, die für deren wirtschaftliche Wohlfahrt vonnöten sind.
  5. Sie erstreben die engste Zusammenarbeit aller Nationen auf wirtschaftlichem Gebiete, eine Zusammenarbeit, deren Ziel die Herbeiführung besserer Arbeitsbedingungen, ein wirtschaftlicher Ausgleich und der Schutz der Arbeitenden ist.
  6. Sie hoffen, dass nach der endgültigen Vernichtung der Nazi-Tyrannei ein Frieden geschaffen werde, der allen Völkern erlaubt, innerhalb ihrer Grenzen in vollkommener Sicherheit zu leben, und der es allen Menschen in allen Ländern ermöglicht, ihr Leben frei von Furcht und von Not zu verbringen.
  7. Dieser Friede soll allen Völkern die freie Schifffahrt auf allen Meeren und Ozeanen ermöglichen.
  8. Sie sind von der Notwendigkeit überzeugt, dass aus praktischen wie aus sittlichen Gründen alle Völker der Welt auf den Gebrauch der Waffengewalt verzichten müssen. Da kein Friede in Zukunft aufrechterhalten werden kann, solange die Land-, See- und Luftwaffen von Nationen, die mit Angriff auf fremdes Gebiet gedroht haben oder damit drohen können, zu Angriffszwecken benutzt werden können, halten sie bis zur Schaffung eines umfassenden und dauerhaften Systems allgemeiner Sicherheit die Entwaffnung dieser Nationen für notwendig. Ebenso werden sie alle Maßnahmen unterstützen, die geeignet sind, die erdrückenden Rüstungslasten der friedliebenden Völker zu erleichtern.[3]

http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Charta

Andere Staaten schlossen sich an:

Deklaration der Vereinten Nationen

Die Deklaration vereinter Nationen (englisch: Declaration by United Nations) wurde am 1. Januar 1942 von 26 Staaten der Anti-Hitler-Koalition während der Arcadia-Konferenz in Washington unterzeichnet. Sie diente der Formalisierung und Bekräftigung der zuvor beschlossenen Atlantik-Charta und war ein Schritt auf dem Weg zur Gründung der Vereinten Nationen.

Alle Unterzeichner der Deklaration gelten als Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen. Siehe auch: Artikel 3 der Charta der Vereinten Nationen.

Verpflichtungen[Bearbeiten]

Konkret verpflichteten sich die Unterzeichner:

  1. alle Anstrengungen im Kampf gegen die Achsenmächte (Deutschland, Japan, Italien) zu unternehmen, und
  2. darin mit den anderen Vertragspartnern zusammenzuarbeiten sowie auf separate Friedensschlüsse oder Waffenstillstandsabkommen zu verzichten.

Unterzeichner[Bearbeiten]

Die begründenden 26 Staaten waren:

  • die Vereinigten Staaten von Amerika
  • das Vereinigte Königreich
  • die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
  • die Republik China
  • Australien
  • Belgien
  • Costa Rica
  • die Dominikanische Republik
  • El Salvador
  • Griechenland
  • Guatemala
  • Haiti
  • Honduras
  • Indien
  • Jugoslawien
  • Kanada
  • Kuba
  • Luxemburg
  • Neuseeland
  • Nicaragua
  • die Niederlande
  • Norwegen
  • Panama
  • Polen
  • Südafrika
  • die Tschechoslowakei

Bis zum März 1945 schlossen sich weitere 19 Staaten der Erklärung an:

  • Mexiko 5. Juni 1942
  • die Philippinen 10. Juni 1942
  • Äthiopien 28. Juli 1942
  • Irak 16. Januar 1943
  • Brasilien 8. Februar 1943
  • Bolivien 27. April 1943
  • Iran 10. September 1943
  • Kolumbien 22. Dezember 1943
  • Liberia 26. Februar 1944
  • Frankreich 26. Dezember 1944
  • Ecuador 7. Februar 1945
  • Peru 11. Februar 1945
  • Chile 12. Februar 1945
  • Paraguay 12. Februar 1945
  • Venezuela 16. Februar 1945
  • Uruguay 23. Februar 1945
  • die Türkei 24. Februar 1945
  • Ägypten 27. Februar 1945
  • Saudi-Arabien 1. März 1945

Weblinks[Bearbeiten]

http://de.wikipedia.org/wiki/Deklaration_der_Vereinten_Nationen

In der Charta der Vereinten Nationen sind die Ziele aufgenommen:

Charta der Vereinten Nationen

Basisdaten
Titel: Charta der Vereinten Nationen
(bzw. Satzung der Vereinten Nationen)
Kurztitel: UN-Charta
(im deutschen Amtsgebrauch VN-Charta)
Abkürzung: UN-Ch.
Art: Völkerrechtlicher Vertrag
Geltungsbereich: Vertragsstaaten
Rechtsmaterie: Völkerrecht
Datum des Gesetzes: 26. Juni 1945
Inkrafttreten am: 24. Oktober 1945
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
28. August 1980 (BGBl. II 1980, S. 1252)
Weblink: Volltext der UN-Ch.
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Die Urfassung der Charta (PDF; Anklicken für die gesamte Fassung)

Die Charta der Vereinten Nationen (von Charta, Aussprache [ˈkarta…]), in Österreich Satzung der Vereinten Nationen, ist der Gründungsvertrag und damit die „Verfassung“ der Vereinten Nationen (UN). Sie wurde am 26. Juni 1945 durch 50 der 51 Gründungsmitglieder in San Francisco unterzeichnet. Wegen noch nicht abgeschlossener Regierungsbildung in Polen wurde für dieses Land im Dokument ein Freiraum gelassen. Die zugehörige Unterschrift wurde am 28. Juni 1945 geleistet wodurch Polen zum 51. Gründungsmitglied wurde.[1] Die Charta trat am 24. Oktober 1945 in Kraft, nachdem sie von den damals fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates (Frankreich, Sowjetunion (1991 Rechtsnachfolge durch Russische Föderation), China (von 1945 bis 1971 repräsentiert durch die Republik China, seit 1971 repräsentiert durch die Volksrepublik China), Vereinigtes Königreich,Vereinigte Staaten von Amerika) sowie der Mehrheit der anderen Unterzeichner ratifiziert worden war.

Die Charta als völkerrechtlicher Vertrag bindet alle Mitglieder aufgrund der entsprechenden Bestimmungen des Völkerrechts. Änderungen der Charta erfordern eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder der Generalversammlung, darunter die Zustimmung aller fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates.

Inhalt der UN-Charta[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hochspringen UN Homepage – San Fransico Conference

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

http://de.wikipedia.org/wiki/Charta_der_Vereinten_Nationen

Charta der Vereinten Nationen

Druckversion (PDF)

Präambel

charter.jpgWIR, DIE VÖLKER DER VEREINTEN NATIONEN – FEST ENTSCHLOSSEN,

  • künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat,
  • unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen,
  • Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können,
  • den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern,

UND FÜR DIESE ZWECKE

  • signing.jpgDuldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben,
  • unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren,
  • Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, daß Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, und
  • internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern –

HABEN BESCHLOSSEN, IN UNSEREM BEMÜHEN UM DIE ERREICHUNG DIESER ZIELE ZUSAMMENZUWIRKEN. 

Dementsprechend haben unsere Regierungen durch ihre in der Stadt San Franzisko versammelten Vertreter, deren Vollmachten vorgelegt und in guter und gehöriger Form befunden wurden, diese Charta der Vereinten Nationen angenommen und errichten hiermit eine internationale Organisation, die den Namen “Vereinte Nationen“ führen soll.

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Kapitel I

Ziele und Grundsätze

Artikel 1

Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele: 

1. den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen; 

2. freundschaftliche, auf der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und andere geeignete Maßnahmen zur Festigung des Weltfriedens zu treffen; 

3. eine internationale Zusammenarbeit herbeizuführen, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen; 

4. ein Mittelpunkt zu sein, in dem die Bemühungen der Nationen zur Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele aufeinander abgestimmt werden. 

Artikel 2 

Die Organisation und ihre Mitglieder handeln im Verfolg der in Artikel 1 dargelegten Ziele nach folgenden Grundsätzen: 

1. Die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder. 

2. Alle Mitglieder erfüllen, um ihnen allen die aus der Mitgliedschaft erwachsenden Rechte und Vorteile zu sichern, nach Treu und Glauben die Verpflichtungen, die sie mit dieser Charta übernehmen. 

3. Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, daß der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden. 

4. Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt. 

5. Alle Mitglieder leisten den Vereinten Nationen jeglichen Beistand bei jeder Maßnahme, welche die Organisation im Einklang mit dieser Charta ergreift; sie leisten einem Staat, gegen den die Organisation Vorbeugungs- oder Zwangsmaßnahmen ergreift, keinen Beistand. 

6. Die Organisation trägt dafür Sorge, daß Staaten, die nicht Mitglieder der Vereinten Nationen sind, insoweit nach diesen Grundsätzen handeln, als dies zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlich ist. 

7. Aus dieser Charta kann eine Befugnis der Vereinten Nationen zum Eingreifen in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zuständigkeit eines Staates gehören, oder eine Verpflichtung der Mitglieder, solche Angelegenheiten einer Regelung auf Grund dieser Charta zu unterwerfen, nicht abgeleitet werden; die Anwendung von Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII wird durch diesen Grundsatz nicht berührt.

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http://www.unric.org/de/charta

Mit dieser Ansprache rechtfertigte der US-Vizepräsident, Henry Wallace, gegenüber den vielen Amerikanern den Krieg, die nicht in den Krieg für die reichen Eliten ziehen wollten:

File:HenryAgardWallace.jpg

Vice President Henry A. Wallace talks about U.S. involvement in World War II.

Speech given by Vice President Henry Wallace at a dinner of the Free World Association in New York City. Also sometimes referred to as “The Price of Free World Victory” (May 8th, 1942).

Henry A. Wallace

Henry A. Wallace

Wallaces Unterschrift

Henry Agard Wallace (* 7. Oktober 1888 bei Orient, Adair County, Iowa; † 18. November 1965 in Danbury, Connecticut) war ein US-amerikanischerPolitiker. Zunächst Mitglied der Republikanischen Partei, wechselte er später zu den Demokraten und wurde schließlich zu einem Mitbegründer derProgressiven Partei.

Von März 1933 bis September 1940 war er Landwirtschaftsminister, von Januar 1941 bis Januar 1945 Vizepräsident in der Regierung von Franklin D. Roosevelt. Nach Roosevelts Tod bekleidete er im Kabinett von Harry S. Truman von März 1945 bis September 1946 das Amt des Handelsministers. Wallace trat bei der Präsidentschaftswahl des Jahres 1948 als Kandidat der Progressiven Partei an.

Wie ändern wir unseren Lebens- und Wirtschaftsstil, damit unser Umweltverbrauch nicht die Erde und die Lebensgrundlagen der nächsten Generationen zerstört, sondern erhält?

Jahrhundertfrage – Grenze des Wachstums

http://www.footprint-deutschland.de/

Was ist der ökologische Fußabdruck?

Ökologischer Fußabdruck

Unter dem Ökologischen Fußabdruck (Englisch ecological footprint)[1][2] wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter Fortführung heutiger Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion seiner Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie, aber z. B. auch zur Entsorgung des von ihm erzeugten Mülls oder zum Binden des durch seine Aktivitäten freigesetzten Kohlendioxids benötigt werden. Die Werte werden in Globalen Hektar pro Person und Jahr angegeben.

Das Konzept wurde 1994 von Mathis Wackernagel und William Rees entwickelt. 2003 wurde von Wackernagel das Global Footprint Network gegründet, das u. a. von der NobelpreisträgerinWangari Maathai, dem Gründer des Worldwatch Institute Lester R. Brown und Ernst Ulrich von Weizsäcker unterstützt wird.

Der ökologische Fußabdruck wird häufig verwendet, um im Zusammenhang mit dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung auf gesellschaftliche und individuelle Nachhaltigkeitsdefizitehinzuweisen – abhängig davon, ob Mensch seine ökologische Reserve in ein Ökodefizit verwandelt.

File:Ökologischer Fußabdruck.png

Description
English: Ecological Footprint, 2007
Deutsch: Ökologischer Fußabdruck, 2007
   5,4 – 10,7
   4,7 – 5,4
   4,0 – 4,7
   3,2 – 4,0
   2,5 – 3,2
   1,8 – 2,5
   1,1 – 1,8
   0,4 – 1,1
   keine Daten
Date 30 April 2011
Source Own work, Daten vom Footprintnetwork [1]
Author Gromat

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Fu%C3%9Fabdruck

Passt dein Fuß auf diese Erde? Hier kannst du es erfahren! | Passt …
http://www.footprint-deutschland.de/
Was ist der Ökologische Fußabdruck? Der Ökologische Fußabdruck zählt alle Ressourcen, die für den Alltag benötigt werden, und zeigt auf, wie viel Fläche …http://www.footprint-deutschland.de/

Als vor 70 Jahren Leningrad von der deutschen Blockade befreit wurde, mit der die deutsche Regierung die Stadt aushungern wollte und den Tod von Hunderttausenden organisiert hatte!

Leningrader Blockade

872 Tage von der Welt abgeschnitten

Auslandnachrichten Gestern, 01:07
Nach der Aufhebung der Blockade wird in Leningrad ein Warnhinweis an die Bevölkerung vor Feindbeschuss entfernt.
Nach der Aufhebung der Blockade wird in Leningrad ein Warnhinweis an die Bevölkerung vor Feindbeschuss entfernt. (Bild: Russisches Vodka Museum)
Am 27. Januar jährt sich die Befreiung Leningrads aus der Belagerung durch die Wehrmacht zum 70. Mal. Während der fast 900 Tage dauernden Blockade kamen mehrere hunderttausend Menschen ums Leben, fast alle von ihnen durch Hunger und Kälte.

pab. Am 27. Januar 1944 gelang es der Roten Armee, die deutschen Truppen vor Leningrad endgültig zurückzudrängen, welche die Stadt während 872 Tagen belagert hatten. Damit endete eine der längsten und folgenschwersten Städtebelagerungen der Geschichte. Während der fast 900-tägigen Blockade kamen mehrere hunderttausend, vielleicht sogar über eine Million Menschen ums Leben.

Aushungern statt einnehmen

Im Spätsommer 1941 war die deutsche Heeresgruppe Nord von Süden und die finnische Armee von Norden auf Leningrad, das heutige St. Petersburg, vorgerückt. Durch die Einnahme der Stadt Schlüsselburg am Ladogasee am 8. September war Leningrad umzingelt. Angesichts heftiger Gegenwehr durch die Rote Armee, aber auch aus Furcht vor einem verlustreichen Häuserkampf und aus taktischen Erwägungen (Abzug von Verbänden an andere Frontabschnitte) wurde befohlen, die Stadt nicht einzunehmen – sondern sie durch eine Blockade auszuhungern. Durch gezielte deutsche Luftangriffe auf Lebensmittellager zu Beginn der Belagerung wurde die Versorgungslage weiter verschärft.

Der einzige Versorgungsweg in die umzingelte Millionenstadt führte über den Ladogasee, im Sommer per Boot, im Winter über das Eis. Über diese «Strasse des Lebens» genannte Route wurden auch zahlreiche Zivilisten evakuiert. Dennoch konnte der Lebensmittelbedarf bei weitem nicht gedeckt werden. Bereits wenige Wochen nach Beginn der Belagerung herrschte in der Stadt Hunger. Angesichts der schwindenden Vorräte wurden die Lebensmittelrationen während der Belagerung mehrere Male reduziert. Im November 1941, dem Höhepunkt der Versorgungskrise, standen nicht körperlich arbeitenden Erwachsenen noch 125 Gramm Brot pro Tag zu.

Unbeschreibliche Not

Das Ausmass der Hungersnot war unbeschreiblich. Bereits im Winter 1941 waren praktisch alle Haustiere geschlachtet, alle Stadttiere erlegt. Nahezu alles, was organischen Ursprungs war, wurde eingekocht. Mehl wurde mit kaum essbaren Zusätzen gestreckt, zeitweise sogar mit Zellulose. Täglich verhungerten oder erfroren Hunderte von Menschen. Die meisten Toten wurden einfach auf die Strasse gelegt, spezielle Kommandos sammelten die Leichen ein. Regelmässig wurden die Wohnungen der Stadt durchsucht, um durch den Hungertod der Eltern zu Waisen gewordene Kinder aufzuspüren und vor dem sicheren Tod zu retten. Fälle von Kannibalismus nahmen zu. Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung wurde immer schwieriger.

Die Rote Armee lancierte immer wieder Angriffe, um die Blockade der Stadt aufzubrechen. Im Januar 1943 gelang es, durch die Rückeroberung Schlüsselburgs einen Landkorridor südlich des Ladogasees in die Stadt zu schaffen. Nach der Wende des Kriegsgeschehens an der Ostfront konnte der endgültige Rückzug der deutschen Belagerungstruppen am 27. Januar 1944 erzwungen werden.

Vernichtungspolitik

Die genauen Opferzahlen der Blockade sind nicht zu ermitteln. Fest steht, dass mehr als 95 Prozent der Opfer an Hunger und Kälte starben, durch direkte Kriegshandlungen kam nur eine kleine Minderheit ums Leben. Auch deshalb gilt die Leningrader Blockade als Beispiel für den deutschen Vernichtungskrieg im Osten.

In der Sowjetunion wurde der Durchhaltewillen der Leningrader Bevölkerung zu einem der Symbole des Kampfes gegen Nazideutschland. Noch vor Kriegsende wurde Leningrad zusammen mit den Städten Stalingrad, Sewastopol und Odessa am 1. Mai 1945 die Auszeichnung «Heldenstadt» verliehen.

 

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/872-tage-von-der-welt-abgeschnitten-1.18228434

Europa steht im Mali am Scheideweg: Militärisch europäische Vorherrschaft in Afrika durchsetzen oder eine zivile friedenspolitische Lösung von Konflikten und eine Kooperation zugunsten aller Beteiligten fördern!

Erklärung des Grundrechtekomitees

In Mali steht EU-Europa am Scheidewege zwischen Kriegs- und Friedenspolitik

25. Januar 2013

Was geschah: Ein lange vorbereiteter und dann scheinbar plötzlicher Einsatz der französischen Kolonialtruppen in Mali. Begeisterte Zustimmung in Frankreich. Beschwörung einer natürlichenGefolgschaftstreue in europäischen Medien. Es wird klar, der Krieg um Mali soll nach dem Willen der herrschenden Kräfte eine EU-europäische Angelegenheit werden. Ferner deutet sich eine Aufgabenteilung der ‚Westmächte’ an. Um das US-Kommando Africom, das sich einst der Ausbildung von afrikanischen Anti-Terroreinheiten widmete, ist es merkwürdig still geworden. Die USA wenden sich offensichtlich dem Pazifik zu, und die EU übernimmt the white men’s burden für Afrika.

Angeblich geht es wieder um die Verteidigung humaner Werte, doch darum ging es doch nie, außer in der medialen Propaganda. Wir erinnern uns, dass Frankreich im Massaker der Hutu an den Tutsi nicht die Opfer schützte, sondern deren Mörder. Wir erinnern auch an die Kolonialzeit, in der England, Frankreich, Holland, Belgien, Spanien, Portugal, Italien und auch Deutschland sich wie die Hyänen auf Afrika stürzten. Soll dies nun als gemeinschaftliche Aktion wiederholt werden – wie üblich mit Hilfe einheimischer Truppen? In Deutschland waren sie zu Kolonialzeiten als Askari wohl bekannt.

Wir verweisen ferner auf die großen Rohstoffinteressen: Uran in Niger für die französischen AKWs, das vom weltgrößten Atomanlagenbauer Areva dort abgebaut wird, Öl im angrenzenden Tschad und vermutlich Öl- und andere Rohstoffvorkommen in Mali selbst.

Die französische Regierung hat als Kriegsziel die Wiederherstellung Malis als Gesamtstaatswesen genannt. Mali ist doppelt so groß wie Afghanistan und hat die Größe von Spanien, Frankreich und halb Deutschlands. Der wirkliche Kampfplatz dürfte jedoch viel größer werden, nämlich die riesige Sahel-Zone, die sich von West bis Ost quer durch Afrika zieht und in der Grenzen kein wesentliches Hindernis für Guerilla-Kämpfer darstellen, die aus allen Himmelsrichtungen einströmen können. Diese werden zudem von mit dem Westen befreundeten Ölstaaten mit Geld und Waffen unterstützt. Das militärisch zu stemmen, wird sehr viele Soldaten und enorme Summen der schwer verschuldeten EU-Staaten erfordern. Außerdem wird es höchst wahrscheinlich eben so wenig zum Ziel führen, wie fast alle Interventionskriege nach 1945. Die Generäle sollten schon jetzt über Exitstrategien nachdenken.

Statt des sich andeutenden Rückfalls in militärische Beherrschungspolitik muss Europa in dieser Zeit der globalen Machtverschiebungen eine Politik entwickeln, die auf Deeskalation von Konflikten setzt, nach politischen Lösungen in Dialogen sucht, die damit humanitäre Hilfe verbindet und bemüht ist, Vertrauen aufzubauen. EU-Europa könnte Vermittlungshilfe leisten, wenn es darum ginge Dialoge oder ‚Shura’ zwischen islamischen Gruppen und den vielen Ethnien zu ermöglichen und es könnte die dafür erforderliche Infrastruktur anbieten.

In dem Vielvölkerstaat Mali gibt es durchaus Ansatzpunkte für solche Prozesse. Zu erinnern ist an die langjährigen Konflikte und Friedensbemühungen mit den Tuareg, deren Anliegen von der politischen Klasse in Bamako vernachlässigt wurden. Eine Demokratisierung des Landes ist überfällig, wobei es auch um Angebote für Dezentralisierung und Autonomie gehen muss. Der zur Zeit blockierte Dialog mit der islamischen Ansar Dine ist wieder in Gang zu bringen, wie auch der zwischen Repräsentanten des traditionellen, gemäßigten Sufismus und dem von außen kommenden Wahabismus. Dominic Johnson berichtet, dass von vier von den USA (Africom) zur Terrorbekämpfung ausgebildeten malischen Eliteeinheiten mittlerweile drei zu den Rebellen übergelaufen seien. Das hat sicher einen Grund. Auch hier gäbe es Raum für Verhandlungen, zumal mittlerweile auch den malischen Soldaten auf der Seite der Franzosen terroristische Verhaltensweisen vorgeworfen werden.

In Mali geht es nicht allein um irgendeinen von Rohstoffausbeutung bestimmten Konflikt. Dort wird vielmehr von den EU-Staaten entschieden, ob sie militärische Dominanz in Afrika anstreben oder sich um eine zivile friedenspolitische Lösung von Konflikten und eine Kooperation zugunsten aller Beteiligten bemühen wollen. In Mali steht EU-Europa am Scheidewege zwischen Kriegs- und Friedenspolitik.

Prof. Dr. Andreas Buro, Friedenspolitischer Sprecher des Komitees

Martin Singe, Komitee-Sekretariat

http://aixpaix.de/afrika/mali/komitee.html

Letzte Warnung an die Menschheit: DIE GRENZEN DES WACHSTUMS Die Studie ‘The Limits of Growth’ (‘Die Grenzen des Wachstums’) des Club of Rome wurde nach ihrem Erscheinen im Jahr 1972 zu einem Inbegriff der Zeitenwende. Obwohl an der Richtigkeit der Studie und der ihres Nachfolgers “Beyond the Limits” (“Die neuen Grenzen des Wachstums”) aus dem Jahre 1992 kaum Zweifel bestehen, unternehmen die Regierungen weltweit nur wenig zur Lösung der großen Probleme.

Letzte Warnung

Letzte Warnung

LETZTE WARNUNG

Die Grenzen des Wachstums

Dienstag, 28. Januar um 23:40 Uhr (55 Min.)

 Wiederholung am Freitag, 07.02. um 9:50 Uhr

DIE GRENZEN DES WACHSTUMS Die Studie ‘The Limits of Growth’ (‘Die Grenzen des Wachstums’) des Club of Rome wurde nach ihrem Erscheinen im Jahr 1972 zu einem Inbegriff der Zeitenwende. Die Dokumentation beleuchtet die Wellen in der öffentlichen Wahrnehmung, die dieses Werk in den vergangenen vier Jahrzehnten geschlagen hat.

Für die USA ist das Jahr 1972 ein Schlüsselmoment. Das Buch “The Limits of Growth” (“Die Grenzen des Wachstums”) stellte das Grundprinzip der amerikanischen Wirtschaftsideologie – den Kapitalismus mit seinem unstillbaren Streben nach Wachstum – infrage. In dem Werk wurden jedoch nicht nur aktuelle Praktiken angeprangert, sondern massiv vor den verschiedensten Konsequenzen für die gesamte Menschheit gewarnt.

Gegen Ende der 60er Jahre hatte sich der “Club of Rome” zum Ziel gesetzt, Antworten auf brennende internationale Fragen zu finden. . Mit der Veröffentlichung von “The Limits of Growth” gelang dem Club of Rome der internationale Durchbruch. Sie erlangten weltweite Beachtung. Doch welche Kritikpunkte und Schlussfolgerungen wurden in diesem Buch ganau genannt? Und wie sahen die internationalen Reaktionen aus? Auf diese Fragen geben einige der damaligen Autoren, darunter Dennis Meadows und Jay W. Forrester, eine Antwort.

Obwohl an der Richtigkeit der Studie und der ihres Nachfolgers “Beyond the Limits” (“Die neuen Grenzen des Wachstums”) aus dem Jahre 1992 kaum Zweifel bestehen, unternehmen die Regierungen weltweit nur wenig zur Lösung der großen Probleme. Themen wie Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Ressourcenverbrauch und Konsum sind zwar mittlerweile für alle ein Begriff. Doch welche Auswirkungen sie im Zusammenhang mit exponentiellem Wachstum auf die Erde und damit auf die gesamte Menschheit haben können, darüber sind sich immer noch die wenigsten im Klaren.

http://www.arte.tv/guide/de/047338-000/letzte-warnung

US-Umweltexperte Medows: “Es sind gefährliche Zeiten für alle von uns – in den USA noch viel mehr als hier in Europa. Wir bewegen uns auf ein Zeitalter des Chaos zu. “Ich habe 40 Jahre versucht, auf diese Entwicklungen hinzuweisen, dennoch hat sich nichts geändert!” Der Globale Ökologische Fußabdruck lag 1972 bei 0,85 dessen, was ein Planet aushält. Heute liegt er bei 1,5. Für Meadows befinden wir uns gerade in der Frühphase eines Umbruchs, durch den der Druck immer höher werde, “jene enormen politischen, demographischen und wirtschaftlichen Kräfte zu neutralisieren, die nun das Wachstum ermöglichen. Um das zu verdeutlichen greift der US-Wissenschaftler auf die Entwicklungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. “Damals herrschten in den meisten großen Ländern Monarchien: China, Japan, Russland, Deutschland, England, Österreich etc. Aber innerhalb von 20 Jahren waren fast alle ausgetauscht.” Das gleiche müsse nun mit dem Wachstums-Dogma passieren, das die internationale Politik noch immer als unabänderlich vorantrage. “Dass die Reichen gleich reich bleiben oder reicher werden. Dass die Armen auf das Niveau der Reichen herangebracht werden. Und dass dies mit dem gleichen System aus Politik und Markt wie jetzt erreicht wird: Nämlich durch technologische Entwicklungen, die das BIP-Wachstum vom Verbrauch von Energie und Materialien entkoppeln.” Das alles sei nur Politiker-Sprech. Den Ressourcenverbrauch zu bremsen reicht nicht, er müsse drastisch gesenkt werden, sagt Dennis Meadows.

 

 

Dennis Meadows: “Nachhaltige Entwicklung ist Nonsens”

MARTIN OBERMAYR

31. Mai 2012, 05:30

 

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grafik: dennis meadows

Der Globale Ökologische Fußabdruck lag 1972 bei 0,85 dessen, was ein Planet aushält. Heute liegt er bei 1,5.

Der Autor von “Die Grenzen des Wachstums” zeichnet im Wiener MQ ein düsteres Zukunftsszenario, aber mit kleinen Funken Hoffnung

Er beginnt mit einem Experiment: “Arme verschränken. Welches Handgelenk ist oben?” Und dann noch einmal: “Welches ist jetzt oben?” Ob jemand einmal den rechten Arm und einmal den linken oder zweimal den gleichen oben gehalten hat, ist Dennis Meadows nicht so wichtig. Der Weltbestseller-Autor will auf drei Punkte hinaus: “Veränderung ist möglich. Man muss darüber nachdenken. Und sie ist nicht so komfortabel.” Womit er mitten in seiner Rede “Changing the Concept of ‘Sustainable Development’ to be Useful in the 21st Century” angekommen ist.

Dass der Titel sperrig ist, weiß der am 7. Juni 70-Jährige ganz genau: “Nachhaltige Entwicklung ist ja ein Oxymoron, also ein Widerspruch in sich, und deshalb Nonsens. Es gibt 100 Definitionen dafür, aber keine Bedeutung”, so Meadows im Architekturzentrum Wien (Az W), wo er auf Einladung der Grünen referiert. Man müsse vielmehr ein komplett neues Verständnis für die globalen Zusammenhänge schaffen. Denn die Rahmenbedingungen hätten sich, seit er 1972 mit seiner Ehefrau Donella und zwei weiteren Autoren mit dem Buch “The Limits to Growth” erstmals auf “Die Grenzen des Wachstums” hingewiesen hat, dramatisch verschärft.

“40 Jahre habe ich versagt”

Meadows illustriert sein Argument mit zwei Kurven (siehe Grafiken links). Die obere zeigt jene Entwicklung, die aufgrund der Daten vorhergesagt wurde. Die zweite, wie man sich 1972 das Modell einer stabilen Entwicklung der Welt vorstellte. Leider habe sich gerade bei der Umweltverschmutzung (“pollution”), bei der Bevölkerungsentwicklung (“population”) und beim Ressourcenverschleiß (“resources”) der negative Trend durchgesetzt. “Ich habe 40 Jahre versucht, auf diese Entwicklungen hinzuweisen, dennoch hat sich nichts geändert – ich habe also versagt”, so Meadows.

Doch das Mitglied des renommierten Club of Rome will keinesfalls müde werden, auf die globalen Probleme hinzuweisen, auch wenn er für die kommenden Jahre eine noch größere Krise als die momentane erwartet. “Es sind gefährliche Zeiten für alle von uns – in den USA noch viel mehr als hier in Europa. Wir bewegen uns auf ein Zeitalter des Chaos zu.” Denn die Umwälzungen würden nicht erst stattfinden, wenn der Höhenpunkt (“peak”) überschritten sei, sondern bereits dann, wenn das Wachstum dem Ende zugehe.

So habe etwa der Bereich “Essen pro Kopf” (“food per capita”) bereits vor zehn Jahren aufgehört zu wachsen und werde nun kontinuierlich zurückgehen. Vermehrte Hungerkrisen in den vergangenen Jahren würden diesen Trend bestätigen.

Auch Österreich im großen Wandel

Für Meadows befinden wir uns gerade in der Frühphase eines Umbruchs, durch den der Druck immer höher werde, “jene enormen politischen, demographischen und wirtschaftlichen Kräfte zu neutralisieren, die nun das Wachstum ermöglichen. Auch Österreich wird sich in den nächsten 20 Jahren mehr verändern als in den vergangenen 100 Jahren.”

Um das zu verdeutlichen greift der US-Wissenschaftler auf die Entwicklungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. “Damals herrschten in den meisten großen Ländern Monarchien: China, Japan, Russland, Deutschland, England, Österreich etc. Aber innerhalb von 20 Jahren waren fast alle ausgetauscht.” Das gleiche müsse nun mit dem Wachstums-Dogma passieren, das die internationale Politik noch immer als unabänderlich vorantrage.

Prinzip Wachstum hat ausgedient

Wie sehr diese Denkweise aber in den Gehirnen vieler Politiker und Ökonomen verankert sei, zeigt Meadows anhand eines Berichts aus der “New York Times”. Erst vor wenigen Tagen hätten sich Deutschland und Frankreich auf höchster Ebene verständigt und als einzigen Ausweg aus der Krise Möglichkeiten für Prowachstums-Initiativen betrachtet. Ein Irrweg, wie Meadows mit einem US-Sprichwort kommentiert: “Wenn man als einziges Werkzeug einen Hammer hat, sieht alles wie ein Nagel aus.”

Generell sei auch die Definition von “nachhaltiger Entwicklung”, wie sie heute noch immer verwendet werde, zu verwerfen: “Dass die Reichen gleich reich bleiben oder reicher werden. Dass die Armen auf das Niveau der Reichen herangebracht werden. Und dass dies mit dem gleichen System aus Politik und Markt wie jetzt erreicht wird: Nämlich durch technologische Entwicklungen, die das BIP-Wachstum vom Verbrauch von Energie und Materialien entkoppeln.” Das alles sei nur Politiker-Sprech.

Fußabdruck viel zu groß

Dass diese Definition von Nachhaltigkeit längst nicht mehr zeitgemäß sei, lasse sich etwa an der Entwicklung des Globalen Ökologischen Fußabdrucks ablesen. Lag die Ausschöpfung 1972 noch bei rund 85 Prozent dessen, was unser Planet aushält, so sind wir mittlerweile bei 150 Prozent angekommen. Tendenz weiter steigend (siehe Grafik links).

“Wenn mich wer fragt, wie man nachhaltig sein kann, dann fällt mir nur ein: ‘Energiesparen, Öffentlichen Verkehr nutzen, weniger CO2-Ausstoß und geringerer Chemikalieneinsatz in der Landwirtschaft.’” Aber vielmehr gehe es um eine neue Begrifflichkeit, denn Meadows verweist auch in diesem Vortrag einmal mehr darauf, statt Nachhaltigkeit den Begriff Widerstandsfähigkeit zu verwenden (siehe auch Interview aus dem vergangenen Herbst).

Wie diese Widerstandsfähigkeit in die Praxis umgesetzt werden könne: “Mit alternativen Währungssystemen, mit besseren Finanzindikatoren, mit einer gleichberechtigten Vergabe von Immobilienkrediten, mit verbesserter Energieeffizienz, mit neuen Massentransportmöglichkeiten, mit dem Bau von größeren Gas-Tanks und größeren Nahrungsmittelspeichern, mit der Förderung von Holzöfen und Märkten für regionale Lebensmittel usw.”

Worum es wirklich geht

Wohin man den Fokus im 21. Jahrhundert besonders legen müsse, seien vor allem zwei Punkte, so Meadows: “Erstens globaler Klimawandel – der kommt sicher, wir können ihn nur verlangsamen. Und zweitens Energierückgang. So wurde etwas seit 1984 jährlich mehr Öl verbraucht, als neue Ölressourcen entdeckt wurden.”

Als Beispiel dient auch wieder Österreich, das sich ebenfalls auf eine Klimaveränderung einstellen müsse. “Es wird so sein, wie es momentan typisch für Norditalien ist – lange, heiße und trockene Sommer mit heftigen Regenschauern.” Auch dafür hat Meadows eine Grafik parat: In Wiens erstem Bezirk habe es zwischen 1961 und 1990 einen Median von 8,4 Tagen über 30 Grad gegeben. Für den Zeitraum 1976 bis 2005 ist dieser Wert bereits auf 13,4 Tage gestiegen. In den Jahren 2010 bis 2039 sollen es schon 20,7 Tage sein.

Handeln statt reden

Trotz all dieser beängstigenden Faktoren hat der vielfach preisgekrönte Wissenschaftler die Hoffnung nicht ganz aufgegeben: “Wir müssen nur unsere Denkweise radikal ändern.” Daher spart  Meadows aus seiner Kritik auch nicht den Klimagipfel “Rio+20″ vom 20. bis 22. Juni in Rio de Janeiro aus: “60.000 Menschen fliegen nach Brasilien, um über die Zukunft zu diskutieren. Diese Idee muss man aufgeben, das ist reine Fantasie.” Denn – und das gelte auch für sein Referat: “Handlungen sind viel wichtiger als Worte.” (Martin Obermayr, derStandard.at, 31.5.2012)

http://derstandard.at/1336698260671/Globale-Zusammenhaenge-Dennis-Meadows-Nachhaltige-Entwicklung-ist-Nonsens

Dennis Meadows: “Lebensstandard wird drastisch sinken”

CONRAD SEIDL

8. September 2011, 07:11

 

foto: regine hendrich

Den Ressourcenverbrauch zu bremsen reicht nicht, er müsse drastisch gesenkt werden, sagt Dennis Meadows.

Vor bald 40 Jahren beschrieb Meadows in einem Weltbestseller “Die Grenzen des Wachstums” – Die Welt habe wenig daraus gelernt, eine nachhaltige Entwicklung sei gar nicht mehr möglich, sagt der MIT-Professor

Wien – Dass eine Krise eine Chance ist – wie oft hat er das gehört! Und tatsächlich stecke in einer Wirtschaftskrise die Möglichkeit einer Systemveränderung, “aber sie verkleinert auch den Zeithorizont. Wenn ich dich unter Wasser drücke, dann denkst du nicht an das kommende Jahr, dann denkst du nur, wie du wieder über Wasser kommst”, sagt der amerikanische Professor Dennis L. Meadows, der 1972 mit seinem Bericht an den Club of Rome (The Limits to Growth) die Ökonomenzunft aufgerüttelt und der Umweltbewegung das wissenschaftliche Rüstzeug gegeben hat.

Vier Jahrzehnte später spricht in einem Standard-Interview tiefer Pessimismus aus dem Wissenschafter vom Massachusetts Institute of Technology: “Pessimismus? Vielleicht eher: Realismus. 1972 habe ich über die Welt nachgedacht, aber die war an meiner Meinung nicht sonderlich interessiert. Heute denke ich eher an einzelne Länder oder Regionen.”

Widerstandsfähig statt nachhaltig

Auf Einladung von Umweltminister Nikolaus Berlakovich denkt Meadows unter anderem in Wien über Nachhaltigkeit nach – aber dem Minister hat er zu dessen Überraschung gesagt, dass Nachhaltigkeit – Sustainability – nicht ausreichend ist: “Was wir brauchen, ist nicht Sustainability, sondern Resilience, also eine elastische Widerstandsfähigkeit gegen katastrophale Entwicklungen. So wie sich ein Pflanzenbestand gegen einen natürlichen Feind wie eine Krankheit zu wehren bemüht.”

1962, als er das erste Mal in Österreich gewesen ist, da habe in den ländlichen Regionen noch kaum jemand ein Auto gehabt, allenfalls hatte man ein Motorrad. Damals wäre noch Zeit zur Umkehr gewesen, auch zehn Jahre später noch, als sein Bericht an den Club of Rome eindringlich auf die Endlichkeit der Rohstoffreserven hingewiesen hat. Da hätte man noch auf ein nachhaltiges Wirtschaftssystem umschwenken können.

“Peak Oil” war bereits 2006

Seither hat sich die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt – und bei einigen Rohstoffquellen ist schon spürbar, dass sie versiegen. “Peak Oil”, das Maximum an konventioneller Ölförderung, ist nach den Berechnungen von Meadows bereits 2006 erreicht worden – neue Lagerstätten sind nur mehr sehr aufwändig zu erschließen. Wobei Meadows den österreichischen Umweltminister darauf hingewiesen hat, dass er nicht daran glaubt, dass der Ölpreis über die 200-Dollar-Marke und weiter ins Unermessliche steigen wird: “Ich sehe eher ein Szenario wie in Kriegszeiten – da regelt nicht der Markt den Preis, sondern der Staat die Verfügbarkeit. Man wird also Erdöl rationieren, da kann man dann nicht mehr einfach mit dem Auto spazieren fahren.”

Ähnlich werde es mit dem Erdgas passieren: Wenn dieses in Russland knapp werde, dann würde es nicht bloß teuer – es würde für Westeuropa wahrscheinlich gar nicht mehr verfügbar sein. Ähnlich werde es wohl mit US-Energieimporten aus Kanada laufen: “Die behalten das einfach für sich, weil sie es selber brauchen. Es muss klar sein: Man kann das nicht alles substituieren. Wenn wir in den 1970er-Jahren gefordert haben, die Entwicklung des Ressourcenverbrauchs zu bremsen, so müssen wir heute davon ausgehen, dass wir ihn drastisch zurückfahren müssen. Und das heißt nach heutigen Begriffen: Der Lebensstandard wird drastisch sinken müssen.”

Dass Österreich zumindest anstrebt, Energieautarkie zu erreichen, stellt für Meadows ein hehres Ziel dar, auch wenn er im Detail – etwa bei der Herstellung von Biosprit – Zweifel äußert. Aber im Wärmebereich sei Biomasse am besten geeignet, daheim in New Hampshire heize er auch mit Holz.

Die Kirche als Energiepartner

Stichwort Holzwirtschaft: Da meint er, dass es in Österreich einen potenten Partner für den Aufbau einer langfristig erhaltbaren Energieversorgung gebe: “Nehmen Sie die katholische Kirche. Klöster haben eine jahrhundertealte Erfahrung damit, relativ autark zu wirtschaften, sie haben forstwirtschaftliche Erfahrung und denken in viel längeren Zeiträumen als Ökonomen und Politiker.”

Der Politik traut Meadows ohnehin nicht sehr, auch wenn er das Energiekonzept von Berlakovich lobt: “Aber was sagt denn der Wirtschaftsminister? Der hat doch üblicherweise andere Sorgen, der hat ja geradezu die Aufgabe, kurzfristige Erfolge zu erzielen, auch wenn diese langfristig das System belasten.”

Und noch eine Portion Pessimismus zum Abschied: “Sie sehen doch, was die Krise bewirkt hat: Das Interesse am Klimawandel ist fast völlig erloschen.” (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 8.9.2011)

http://derstandard.at/1315005800815/Weltbestseller-Autor-Dennis-Meadows-Lebensstandard-wird-drastisch-sinken

 

Der Club of Rome

… ist eine Vereinigung von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik aus allen Regionen unserer Erde. Er wurde 1968 von dem FIAT-Manager Aurelio Peccei und dem OECD-Generaldirektor Alexander King in Rom ins Leben gerufen, mit dem Ziel, sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen. Die Weltöffentlichkeit kennt den CLUB OF ROME seit 1972 durch den viel diskutierten Bericht Limits to Growth (Die Grenzen des Wachstums), dem bisher weitere 30 „Berichte an den CLUB OF ROME“ zu unterschiedlichen Zukunftsfragen der Menschheit folgten.

http://www.clubofrome.de/

Club of Rome

 

Logo des Club of Rome

 

Älteres Logo (bis ca. 1999 verwendet)

Der Club of Rome ist eine nichtkommerzielle Organisation, die einen globalen Gedankenaustausch zu verschiedenen internationalen politischen Fragen betreibt. Mit dem 1972 veröffentlichten Bericht Die Grenzen des Wachstums erlangte er große weltweite Beachtung. Die Organisation hatte ihren Sitz seit ihrer Gründung in Hamburg und verlegte ihn am 1. Juli 2008 nach Winterthur.

http://de.wikipedia.org/wiki/Club_of_Rome